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Neue Westfälische (Bielefeld): Geschäfte mit dem Zahngold von Toten Frage der Pietät HUBERTUS GÄRTNER

Bielefeld (ots) - Der Goldpreis ist im Zuge der Wirtschaftskrise stark gestiegen. Für die Feinunze (31,10 Gramm) muss man heute knapp 1.000 Euro bezahlen. Die Anleger flüchten in ein möglichst sicheres Investment. Viele Menschen tragen es auch im Mund. Die Kriminalpolizei verzeichnet deshalb immer häufiger Einbrüche in Dentallabors und Zahnarztpraxen. Einigen Dieben ist nichts heilig, sie kennen keine Pietät. Wie anders wäre es zu erklären, dass Mitarbeiter eines Hamburger Krematoriums allem Anschein nach über viele Jahre hinweg Zahngold aus der Asche von verbrannten Toten gefingert und das Edelmetall dann zu guten Kursen verhökert haben. Verständlicherweise ist die Empörung darüber groß. Doch nun werden auch noch andere Fakten für einen größeren Kreis publik. Zahlreiche Krematorien, vermutlich ist es die Mehrzahl, machen mit dem Zahngold der Toten Geschäfte. Sie filtern und sammeln das Edelmetall systematisch aus der Asche und wandeln es wieder zu Geld. Manche Juristen sagen, diese Art der Bilanz-Vergoldung geschehe in einer Grauzone. Wie dem auch sei: Der Gedanke daran lässt einen ziemlich erschaudern.

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