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Neue Westfälische (Bielefeld): Jahrestag der Terror-Anschläge vom 11. September Zerrissen JOACHIM ROGGE, WASHINGTON

Bielefeld (ots) - Zerrissen und aufgewühlt begeht Amerika heute den 9. Jahrestag der September-Attentate. Vorbei scheint die Zeit, als die Erinnerung an die schlimmsten Terror-Anschläge auf US-Boden das Land zusammen schweißten. Längst ist der stille Gedenktag in den Strudel ätzender politischer Polemik geraten. Würde Präsident Barack Obama etwa den Islam heute in gleicher Weise in Schutz nehmen wie es sein Vorgänger George W. Bush noch unmittelbar unter dem Eindruck der Terror-Anschläge getan hatte, wäre ein wütender Aufschrei die Folge. In Amerikas vergiftetem politischen Klima haben es besonnene Stimmen gegenwärtig schwer, gehört zu werden. Das hat nicht nur mit dem hitzigen Wahlkampf und den Kongress-Wahlen in knapp zwei Monaten zu tun. Die Kriege im Irak und in Afghanistan, auch sie eine direkte Folge der September-Anschläge, haben das Land zermürbt. Der optimistische Glaube an die eigene unbezwingbare Stärke zerbröselt unter den Folgen der Wirtschaftskrise und der traumatisch hohen Arbeitslosigkeit. Das politische Klima ist zunehmend vergiftet. Die Gräben zwischen den Lagern sind tiefer denn je. Und die einstige Stärke Obamas, mit geschliffenen Reden Hoffnung einzupflanzen, hat sich abgenutzt. So steht Amerika neun Jahre nach den September-Anschlägen vor einer weit größeren Herausforderung, als sich nur gegen äußere Feinde zu wehren. Das Land und Obama müssen den nationalen Kompass neu ausrichten.

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