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Neue Westfälische: Neue Westfälische Bielefeld: Griechenlandhilfe Kleinkariertes Zögern ALEXANDRA JACOBSON, BERLIN

Bielefeld (ots) - Die CDU galt einst als leidenschaftliche Europa-Partei. Davon hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel verabschiedet. Der Zickzack-Kurs von Schwarz-Gelb bei der Griechenlandhilfe ist unwürdig. Die mutwillige Verzögerung der dringend notwendigen Finanzspritze zeigt, dass die NRW-Wahl offenbar wichtiger ist als die Zukunft des Euros und der EU. Das ist kleinkariert und kurzsichtig. CDU-Kanzler Helmut Kohl hat einst den Euro eingeführt hat, ohne sich groß um Umfragen und Befindlichkeiten zu kümmern. Der Euro hat sich dann für die Exportnation Deutschland als ein wahrer Segen entpuppt. Kein anderes Land hat von der Gemeinschaftswährung so stark profitiert wie wir. Auch deshalb wäre Deutschland prädestiniert dafür gewesen, in dieser akuten Krise eine Führungsrolle zu übernehmen - und für rasche Finanzhilfe für Griechenland zu sorgen. Denn dazu gibt es keine Alternative. Seit der Pleite der Lehman-Bank kennt man doch zur Genüge das Phänomen der Kettenreaktion auf den Finanzmärkten. Sowohl die Union als auch die FDP haben trotzdem krampfhaft versucht, das Thema auf die Zeit nach der NRW-Wahl zu verschieben. Dadurch aber hat die Merkel-Regierung Griechenland weiter in den Abgrund getrieben. Dass noch am vergangenen Wochenende der Finanzminister und der Außenminister damit kokettiert haben, gegenüber Athen auch "Nein" sagen zu können, ist ein weiterer Akt in diesem Trauerspiel. Gewiss hat das südeuropäische Land getrickst und geschummelt. Aber mittlerweile sind in Athen zwei Sparpakete verabschiedet worden, die es wahrlich in sich haben. Doch davon redet hierzulande niemand. Die Finanzhilfe für Griechenland ist sicher nicht populär. Aber eine Regierung muss manchmal auch einfach das tun, was richtig ist. Unabhängig von den jüngsten Umfragen.

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