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Ostsee-Zeitung: Dienst ist Dienst: Kommentar zum "Gesetz zur Steigerung der Attraktivität des Dienstes in der Bundeswehr"

Rostock (ots) - Seit Anbeginn der christlichen Seefahrt ist es selbstverständlich, dass ein Schiff stets von seiner Mannschaft bewacht wird. Eigentlich undenkbar, dass an einer so elementaren hoheitlichen Aufgabe gerüttelt wird. Doch die Zeiten ändern sich und die Marine gleich mit: Die Bundeswehr soll attraktiver und das lästige Wacheschieben im Hafen abgeschafft werden. Stattdessen könnten bald Kameras und private Wachdienste die Korvetten und Fregatten überwachen, während die Besatzungen selig in ihren Betten an Land schlummern. Was kommt als nächstes? Die frühere Schleifanstalt Bundeswehr entwickelt sich immer mehr zum Service-Paradies. Soldaten klagen bereits, dass die Fernseher in den Fitness-Studios der Kasernen keine Flachbildschirme haben (kein Scherz!). Ein Werbespruch der Bundeswehr lautet: "Wir. Dienen. Deutschland." Doch der traditionelle Begriff des Dienstes am Vaterland hat wohl ausgedient. Dank der Attraktivitätsoffensive der Bundesverteidigungsministerin könnte es bald heißen: "Wir. Lassen uns bedienen. Danke schön."

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