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Ostsee-Zeitung: Afghanistan/Wahlen/Taliban

Rostock (ots) - Welche Mutprobe für Afghanistans Wähler! Ein Demokratie-Test unter Feuer: Raketenattacken, Entführung, Mord und Wähler-Einschüchterung haben auch die zweite Parlamentswahl in Afghanistan seit dem Sturz der Taliban anno 2001 beeinflusst. Der Begriff Urnengang bekommt da - trotz gewaltigen Sicherheitsaufgebots - eine makabre Doppelbedeutung. Wer hierzulande über die grotesken Begleitumstände der Parlamentswahl die Nase rümpft, verkennt die Lage im Land am Hindukusch. Die allermeisten Afghanen dürften weit stärker mit dem täglichen Überlebenskampf befasst sein als mit Politik. Und während mancher satte Deutsche seine Politikverdrossenheit mit Wahlmüdigkeit demonstriert, gilt der wahlwillige Afghane in manchen Regionen - wo er die Wahl hat zwischen Pest und Cholera, Warlord oder korruptem Provinzfürst - als lebensmüde.

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