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Ostsee-Zeitung: Kommentar zur angekündigten Koran-Verbrennung

Rostock (ots) - Bücher wurden schon in der Antike verbrannt, und es waren immer barbarische Akte. Doch seit dem 10. Mai 1933 ist Bücherverbrennung gleichbedeutend mit der Ankündigung, auch Menschen zu vernichten. Das weiß auch Terry Jones aus Florida, und er macht sich das Tabu zunutze. Öffentliche Bücherverbrennung ist eine Sache, die schlagartig zu globaler Bekanntheit führt. Sein Hass ist nicht mehr seine Privatsache.

Man sollte den Fundamentalisten - um des Weltfriedens Willen - isolieren und ignorieren. Doch in Zeiten des Internets ist das nicht mehr möglich. Das Autodafé, das Vernichtungsurteil über den Koran, ist in der Welt, es braucht eigentlich keine Tat mehr. Die Handvoll christlicher Desperados in den USA werden ihresgleichen unter den Muslimen animieren, mit den ihnen eigenen Methoden zu reagieren - mit Anschlägen und gewalttätigen Unruhen. Denn natürlich steht in großen Teilen der islamischen Welt nicht nur der Provokateur in Gainesville für die Koranschändung - die USA und die ganze Christenheit werden dafür verantwortlich gemacht. Die Affäre gehorcht dem geistigen Reflexionsgesetz: Einfaltspinsel gleich Ausfallspinsel. Und die ganze Welt ist Geisel dieser Irren.

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