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Ostsee-Zeitung: OSTSEE-ZEITUNG Rostock zu Daimler/Renault

    Rostock (ots) - Wenn eine Verlobung "eine Art Ausnüchterungszelle für Berauschte" ist, wie der englische Schriftsteller Evelyn Waugh einst schrieb, dann könnte Daimler das Bündnis mit Renault vielleicht gut bekommen. Denn man fragt sich schon, was die Stuttgarter Autobauer - kaum befreit aus der unseligen Ehe mit Chrysler - antreibt, sich in die nächste Beziehung zu stürzen. Zwar geht es diesmal nicht um eine Fusion, sondern nur um eine dreiprozentige Überkreuzbeteiligung mit den Franzosen - aber immerhin. Letzlich ist es die Angst vor der schieren Größe anderer, die die Unternehmen trotz Verletzungen aus alten Beziehungen zu neuen "Amourositäten" aufbrechen lässt: VW zwingt Porsche in den Ehestand, General Motors holte sich Opel zurück ins Bett und Fiat bastelt an einem Not-Bündnis mit den Verstoßenen von Chrysler. Krisenzeiten zwingen Konzerne halt auf Kuschelkurs. Die Auto-Koalition als Notgemeinschaft. Daimler will sie nutzen, um endlich auch bei Kleinwagen und Elektroautos zu punkten, wo Renault-Nissan die Nase vorn hat. Das japanisch-französische Duo wiederum erhofft sich viel vom mondänen Glanz der deutschen Qualitätsmarke für ihre Oberklasse. Alles scheint auf das alte Sprichwort hinauszulaufen: Viele Verlobungen enden glücklich. Die meisten jedoch in der Ehe.

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