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Zitate von Helmut Schmidt zum G8-Gipfel Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt äußert sich bei PHOENIX "im Dialog": Zusammensetzung der G8 "macht keinen Sinn mehr"

    Bonn (ots) - Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) hat sich für eine Ausweitung des Teilnehmerkreises an den so genannten G 8 Gipfeln ausgesprochen. "Es macht keinen Sinn mehr, weil die acht Länder allein die drohenden Gefahren zum Beispiel auf den Welt-Finanzmärkten nicht abwenden können", sagte Schmidt am Mittwoch im Fernsehsender PHOENIX: "Weil diese acht zum Beispiel die drohende negative Beeinflussung des Weltklimas nicht ausreichend beeinflussen können. Die heutige Weltwirtschaft besteht nicht nur aus diesen acht, sondern dazu gehören Indien, China, die OPEC, aber auch die großen Entwicklungsländer wie Brasilien oder Nigeria."

    Eigentlich müsse es heutzutage ein Gipfeltreffen von zwölf oder maximal 15 teilnehmenden Staaten geben, so Schmidt: "Man kann die Weltwirtschaft nicht in die eine oder andere Richtung beeinflussen oder zu beeinflussen beschließen, weil der Hebel, den diese acht insgesamt darstellen, zu kurz ist."

    An das aktuelle Gipfeltreffen in Heiligendamm habe er keine allzu großen Erwartungen, erklärte Schmidt in dem PHOENIX-Interview: "Es ist ganz ungewöhnlich, dass bei einem solchen Medienereignis konkrete Ergebnisse erzielt werden. Das würde mich sehr wundern. Solche Gipfeltreffen seien "inzwischen völlig entartet zu Riesen-Versammlungen mit einem großen Tross. Jeder reist an mit Hunderten von Beratern, Bürokraten, Aktentaschenträgern".

    Früher seien solche Treffen in einer "familiären Atmosphäre" abgelaufen, resümierte Schmidt: "Immerhin aber ist der Vorteil solcher Treffen, dass sie Staats- und Regierungschefs sich gegenseitig zuhören müssen und antworten müssen auf Fragen, die ihnen der Nachbar stellt. "Das heißt, man erkennt voneinander, welche Qualität und welche Zuverlässigkeit in dem Gegenüber steckt oder nicht drin steckt."

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