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DIW-Chef Fratzscher nach dem Brexit: Wahrscheinlichkeit einer Wirtschaftskrise in Europa gering

Bonn (ots) - Marcel Fratzscher, Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), ist davon überzeugt, dass es nach dem Votum der Briten, die Europäische Union zu verlassen, nicht zu Verwerfungen in Europa kommt. "Ich halte die Wahrscheinlichkeit einer Wirtschaftskrise in Europa für gering", so Fratzscher in der Sendung "Unter den Linden" im Fernsehsender phoenix (Montag, 27. Juni, 22:15 Uhr). Allerdings könne eine Ansteckungsgefahr bei anderen Staaten, dem britischen Beispiel zu folgen, nicht ausgeschlossen werden. Fratzscher prophezeite, dass Großbritannien viele Kompromisse werde eingehen müssen, um weiterhin Handel mit der EU treiben zu können. "Die Briten werden sich an die europäischen Regeln halten müssen, wenn sie Teil des Binnenmarktes bleiben wollen." Der Brexit biete jedoch auch neue Möglichkeiten für die EU. "Es ist die Chance auf Erneuerung, auch um die Geburtsfehler des Euro zu verändern. Wir brauchen nicht weniger Europa, sondern ein besseres Europa", meinte Fratzscher.

Anderer Ansicht war der Europaabgeordnete Professor Bernd Lucke (ALFA). Er forderte die EU auf, den Nationalstaaten mehr Rechte und Verantwortung zurückzugeben. "Wenn man Europa immer mehr vertiefen will, dann vertieft man auch die Entfremdung des Bürgers von der EU. Die politischen Entscheidungsbefugnisse müssen wieder näher an den Bürger heran."

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