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Im Dialog: Juli Zeh zu Gast bei Michael Hirz - Freitag, 29. April 2016, 22.30 Uhr

Bonn (ots) - "In den letzten Jahren hieß es immer: Die großen kulturellen Unterschiede bestehen zwischen Ost und West, zwischen Morgenland und Abendland, zwischen Islam und Christentum. In Wahrheit gilt aber auf der ganzen Welt: Die großen Unterschiede bestehen zwischen Stadt und Land." Die Schriftstellerin Juli Zeh, die selber seit 2007 im Havelland lebt, lässt ihren gesellschaftskritischen Roman "Unterleuten" in einem fiktiven Dorf im Brandenburgischen spielen. Massive Konflikte unter den Dorfbewohnern, den alteingesessenen wie den zugezogenen, brechen auf, als im Dorf ein Windpark errichtet werden soll. Selbst im Dorf, so die Botschaft, existiert keine Gemeinschaft mehr. Michael Hirz spricht mit Juli Zeh "Im Dialog" darüber, warum das Dorf einen Mikrokosmos unserer Gesellschaft darstellt und in den vergangenen Jahren zu einer Art "Sehnsuchtsort" geworden ist. Woran krankt unsere Gesellschaft?

Wir leben in einer Epoche, die durch "überdrehten Fortschritt", "bedingungslose Egozentrik" und den "Verlust echter Beziehungen" gekennzeichnet ist, so Zeh. Sie kritisiert, dass der Individualismus alles ersetzen würde: Religion, Ideologie, jede Idee von Gemeinschaft. Doch die Frage, ob der Mensch dieses Leben aushalte, sei unbeantwortet.

Juli Zeh studierte Jura mit den Schwerpunkten Europa- und Völkerrecht in Passau und Leipzig. Daneben erwarb sie ein Diplom am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Längere Aufenthalte führten Zeh u.a. nach New York und Krakau. Als sie 2010 promovierte, hatte sie sich längst als Schriftstellerin etabliert. Gleich mit ihrem Romandebüt "Adler und Engel" landete Zeh 2001 einen großen Erfolg. Die 42-Jährige, die mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet wurde, mischt sich immer wieder politisch ein: So protestierte sie 2013 anlässlich der NSA-Spähaffäre gemeinsam mit anderen Schriftstellern vor dem Bundeskanzleramt. Für ihr herausragendes kultur- und gesellschaftspolitisches Engagement wurde Zeh 2015 vom Deutschen Kulturrat geehrt.

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