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phoenix-Programmhinweis: Im Dialog - Prof. Michael Hartmann zu Gast bei Michael Krons - Freitag, 22. Mai 2015, 24.00 Uhr

Bonn (ots) - Die deutsche Wirtschaft boomt, die Arbeitslosigkeit sinkt und dennoch geht die soziale Schere immer weiter auseinander. Wie kann das sein? Darüber spricht phoenix-Moderator Michael Krons im Dialog mit dem Elitenforscher Prof. Michael Hartmann von der TU Darmstadt.

Vom Aufschwung profitiert Hartmann zufolge nur ein geringer Teil der Bevölkerung. Während die oberen 20 Prozent ihr Vermögen durch steigende Aktien- und Immobilienpreise vermehren können, fehle der Mehrheit der Bevölkerung dafür "schlicht und ergreifend die Grundlage". In diesem Zusammenhang kritisiert Hartmann das mangelnde Bewusstsein wohlhabender Deutscher für die Realitäten im Rest des Landes. Die sogenannte "Kernelite" der Bundesrepublik stamme in der Regel aus gutsituierten Familien und nehme die Welt vollkommen anders wahr. Dies führt dazu, dass sich Teile des oberen Endes der Gesellschaft ihren sozialen Verpflichtungen zunehmend entziehen.

Die von Arbeitsministerin Andrea Nahles angestoßene Diskussion um den Armutsbegriff selbst hält der Soziologe deshalb für falsch. Es mache wenig Sinn zu sagen, "hier muss keiner verhungern". Armut bemesse sich auch an der Teilhabe in einer Gesellschaft. Es drohe eine Unterhöhlung der Demokratie durch eine stark sinkende Wahlbeteiligung des unteren Drittels der Bevölkerung. Als Folge der wachsenden Schere zögen sich die "Verlierer" der Gesellschaft "aus dem demokratischen Willensbildungsprozess zurück".

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