PHOENIX

PHOENIX Programmhinweis
Mittwoch, 6. September 2000

    Bonn (ots) -
    
    20.15 Uhr Schwerpunkt
    Rentenreform - was ist sozial gerecht?
    mit Martin Schulze
    
    Die Rentenreform von Walter Riester wird voraussichtlich in
Bundestag und Bundesrat eine breite Mehrheit finden. Auch mit den
Gewerkschaften scheinen Bundeskanzler und Arbeitsminister eine
gemeinsame Linie gefunden zu haben. Für die Regierung ein weiterer
Triumph.
    Doch bei den Bürgern hat sie sich noch lange kein Vertrauen
geschaffen. In dreißig Jahren wird die Rente nur noch knapp 61
Prozent (statt heute 70 Prozent) ausmachen. Viele Rentner rücken dann
in die Nähe der Sozialhilfe. Ein weiterer Mangel der Reform: deren
Lasten tragen ausschließlich die heute noch Jüngeren. Wie gerecht ist
die Rentenreform? Gibt es angesichts des demografischen Wandels in
Deutschland überhaupt durchführbare Alternativen?
    Diese und weitere Fragen diskutiert Martin Schulze mit Ursula
Engelen-Kefer, DGB, Stefanie Wahl, Politologin, und Ursula Schmidt,
SPD.
    Interessierte Zuschauer können sich  über die PHOENIX-Hotline
08102- 8217 und per Fax 01802-  82 13 an der Diskussion beteiligen.
    
    9.15 Uhr und 13.30 Uhr
    Hilfe, die Amis kommen
    Ein super! Markt in Sachsen - Wal Mart
    
    Was hat die schnellste Hausfrau Sachsens mit dem größten
Einzelhandelskonzern der Welt zu tun? Kerstin Hübner ist Verkäuferin
im "Wal Mart"-Supercenter in Heidenau bei Dresden. Vor zwei Jahren
übernahmen die Amerikaner den ehemaligen Konsum-Tempel "Wertkauf",
und plötzlich sollte alles anders werden. Nicht nur die
Firmenschilder wurden ausgewechselt. Die Preise purzelten, die
Mitarbeiterinnen mussten Englisch lernen und werden seitdem jeden
Morgen neu auf die Firma eingeschworen: Manager Rainer Ehme gibt der
Belegschaft laut hörbar ein großes "W" vor. Gebt mir ein "A", geht
das Motivations-Ritual weiter. "Wal Mart" - eine internationale
Großfamilie setzt auf grenzenlosen Kundenservice. Für das einstige
Verkaufskollektiv in Heidenau, das jetzt "Team" heißt, begann der
"american way of life". Die Auszubildende Marion Geißler übt am
eigens dafür aufgestellten Spiegel die "Drei-Meter-Regel": Nähert
sich ein Kunde auf drei Meter einem Verkäufer, muss dieser lächelnd
das neueste Schnäppchen anpreisen. Die Mitarbeiter übernehmen auch
freiwillig Produktpatenschaften. Sie dürfen sich eigene Werbespots
ausdenken, der Beste wird prämiert. Kerstin Hübner durfte als
Kassiererin des Monats in den Heimatort des Firmengründers Sam Walton
fliegen. In Bentonville filmte sie, wie zum großen Familientreffen
18000 Walton-Jünger aus aller Welt sechs Milliarden Dollar
Jahresgewinn feierten.
    Dokumentation von Andreas Kuno Richter und Frank Otto Sperlich
(2000)
    
    
    Wirtschaft und Soziales
    19.15 Uhr Konsumbrot macht Wangen rot
    100 Jahre Konsum Berlin-Brandenburg
    
    Der Funke sprang 1844 von England nach Deutschland über:
Genossenschaften zur Versorgung der Arbeiter mit Lebensmitteln und
Kohle. Eine kontinuierliche Geschichte in Deutschland gibt es aber
erst seit 100 Jahren. Sie begann im Berliner Stadtteil Wedding. 1899
wurde der "Konsumverein Berlin Nord" gegründet, drei Jahre später die
"Konsumgenossenschaft Berlin und Umgebung". 1913 eröffnete die 100.
Verkaufsstelle. Die Not des Ersten Weltkrieges machte den "Konsum"
noch wichtiger. Ende der 20er Jahre war er einer der größten
Arbeitgeber Berlins und hatte so viele Mitglieder, dass selbst die
Nazis einige Zeit brauchten, das rote Netzwerk zu zerschlagen. Aber
schon im Mai 1945 wurde in den Lichtenberger Großbäckereien wieder
Brot gebacken. Die Sowjets halfen. Bei Gründung der DDR waren die
Konsumgenossenschaften wieder eine große Organisation. Als die DDR
unterging, war mit ihr in Berlin nach und nach auch das Schicksal von
785 Verkaufsstellen, 62 Kaufhallen, 11 Kaufhäusern, 79 Gaststätten
und einem Hotel der "Konsumgenossenschaft Berlin" besiegelt. Der
Westen half dabei mit Co-op-Pleite und Bolle-Debakel. Heute handelt
der "Konsum" mit Immobilien, investiert in neue Projekte und floriert
wieder.
    
    Dokumentation von Werner Brüssau und Kathrin Zauter
    
    
ots Originaltext: Phoenix
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Tel: 0228/9548-193

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