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PHOENIX-Preview: Juncker: "Europäer untereinander wissen nicht genug übereinander"/ Sloterdijk: "Europäische Gesamtöffentlichkeit schaffen"

Bonn (ots) - +++HINWEIS AN DIE REDAKTIONEN: Die gesamte Sendung ist für eingeloggte User ab sofort in der PHOENIX-Presselounge verfügbar+++

Bonn/Havichhorst, 15. September 2010 - Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker hat für mehr Verständnis zwischen den europäischen Staaten geworben. "Die Europäer wissen untereinander nicht genug übereinander", sagte er bei den von PHOENIX-Programmgeschäftsführer Michael Hirz moderierten Havichhorster Gesprächen zur Zukunft Europas (Ausstrahlung am Sonntag, 19. September 2010, 17.00 Uhr). Für ihn sei es eine "brennende Sorge", dass sich die Bürger durch die geografische Nähe in Europa ermächtigt fühlten, weniger über die anderen in Erfahrung zu bringen. "Wir müssen uns bemühen, durch Wissen Verständnis füreinander zu finden", so Juncker.

Zudem betonte Juncker die Bedeutung des Prinzips der Subsidiarität in der Europäischen Union. "Der Gedanke, dass Europa nicht alles tut, sondern nur das, was es besser tun kann als kleine Einheiten, wird oft verletzt und den müssen wir immer wieder beleben."

Unterdessen kritisierte der Philosoph Peter Sloterdijk, dass die europäische Gesamtwirklichkeit auf einer Addition von Nationalkulturen beruhe. Und die meisten Nationalkulturen fänden nach wie vor in "relativen medialen Klausuren" statt. Als Beispiel nannte er das Fernsehen. "Wir müssen endlich daran arbeiten, so etwas wie eine europäische Gesamtöffentlichkeit zu schaffen, das ist uns bisher nicht gelungen." So plädierte der Karlsruher Professor für europaweite intellektuelle Diskurse und forderte, dass jeder Europäer vier Sprachen sprechen solle.

In den Havichhorster Gesprächen unter dem Thema "Europas Zukunft - Zwischen Geist und Geld" diskutiert Michael Hirz mit Jean-Claude Juncker und Peter Sloterdijk zudem über Entstehung, Grenzen und Perspektiven der Europäischen Union, den Euro und den Beitrittskandidaten Türkei.

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