PHOENIX

PHOENIX Programmhinweis
Mittwoch, 7. Juni 2000

    Köln (ots) -          20.15 Uhr Schwerpunkt     Im Brüsseler Bann - was wird aus Österreich?          Eine Ende der EU-Maßnahmen gegen Wien ist nicht absehbar. Klar ist, dass die deutsche Regierung die Sanktionen nicht im Alleingang aufheben wird. Auch wenn es im Bundestag Stimmen gibt, die zur Normalisierung der Beziehungen zu Österreich aufrufen. Die österreichische Außenministerin, Benita Ferrero-Waldner, fordert die 14 EU-Mitglieder auf, sich über die Einhaltung der Grundrechte in Österreich ein Urteil zu bilden. Wird sie Zustimmung finden? Sind die Boykottaktionen gegen Wien überzogen? Bewirkt die Ausgrenzung Wiens nicht eher eine größere Zustimmung der Österreicher für die FPÖ?

    Nur einige der Fragen, die Gaby Dietzen mit ihren Gästen diskutiert. An der Runde nehmen teil: Gert Weißkirchen, außenpolitischer Spreche der SPD, Hartmut Naussauer , EU-Parlamentarier,  und Manfred Rotter, Politologe.

    Interessierte Zuschauer können sich unter Telefon 01802-8217 oder Fax 01802-8213 an der Diskussionsrunde beteiligen.     

    21.00 Uhr Das rote Wien     Tradition und Wandel bei Österreichs Sozialdemokraten          Rund 100.000 marschierten am 1. Mai vorm Wiener Rathaus auf. Doppelt so viele wie in früheren Jahren. Nirgendwo waren europaweit an diesem Tag so viele Fahnen zu sehen. Demonstrativ zeigten die Sozialdemokraten in der Donaumetropole, dass in ihrer Wählerhochburg der Trend anders verläuft als im übrigen Österreich. Erstmals seit 30 Jahren ist die SPÖ nicht mehr Regierungspartei - von einer konservativ-rechten Koalition in die Opposition gedrängt. Aber - abgesehen von der Nazizeit, dominiert sie nun schon über sieben Jahrzehnte Wiens Kommunalpolitik, erst seit kurzem auf einen Koalitionspartner angewiesen. Österreichs Hauptstadt war nicht nur die erste europäische Metropole, die von Sozialisten regiert wurde. In Wien wollten die Linken nach dem 1. Weltkrieg mit einem beispielhaften Kommunalsozialismus ein Zeichen setzen. Insbesondere im sozialen Wohnungsbau. Noch heute werden festungsartige Gemeindebauten wie der Karl-Marx-Hof von Genossen stolz präsentiert. Regelrechte Proletarier-Palazzi der 20-er Jahre, einige Kilometer lang, fast alle für mehrere tausend Bewohner errichtet. Schon damals mit viel Grün, Spiel- und Sportplätzen, Kinderbetreuungsstätten, Badeeinrichtungen, Arbeiterbüchereien, Räumen für Zusammenkünfte und Fortbildungsmöglichkeiten. Bis heute gibt es Dutzende parteinahe Vereine, kann man von der Wiege bis zur Bahre, von der Krabbelstube bis zur Feuerbestattung SPÖ-verbunden leben und sterben.

    Aber diese Tradition wird zum Leidwesen älterer Genossen kaum noch
geschätzt. Mit dem Weltrekord an roten Parteibüchern ist es nicht
mehr weit her. Die Mitgliederzahl hat sich allein in den letzten 15
Jahren fast halbiert. Mit Strukturreformen und Internet will sich die
neue Führung der österreichischen Sozialdemokraten wandeln und
öffnen, für möglichst junge neue Mitglieder interessant werden. Damit
vor allem Wien auch künftig rot bleibt.  Korrespondent Peter
Miroschnikoff hat für diesen Film nicht nur die jüngsten politischen
Entwicklungen beobachtet.
    
    
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