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Schnappauf: Guttenbergs Internationalität ist sein Vorteil
Kuhn: Glos hatte ordnungspolitische Defizite

    Bonn (ots) - BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf hat die Kritik an der Berufung von Karl-Theodor zu Guttenberg zum neuen Bundeswirtschaftsminister zurückgewiesen. In der PHOENIX-Sendung "Unter den Linden" sagte er am Montagabend: "Man kann einen Menschen nicht danach beurteilen, dass er erst ab 40 oder 50 bestimmte Aufgaben wahrnehmen darf." Gerade in der Zeit der Krise sei es gut, wenn man mit Kräften, die jung und dynamisch herangehen und zugleich ein solides Fundament haben, agiere.  Schnappauf bescheinigte zu Guttenberg wirtschaftspolitische Kompetenzen durch seinen bisherigen Werdegang: "Er hat beide Strukturen kennen gelernt: sowohl mittelständische als auch Konzernstrukturen. Deshalb glaube ich, ist er für die Aufgabe trotz seiner Jugendlichkeit gut gerüstet." Ein besonderer "Vorteilswert" für den CSU-Politiker sei dessen Internationalität. "Er ist so gut vernetzt wie kaum ein Zweiter im transatlantischen Verhältnis. Er kennt die Verhältnisse in den USA vorzüglich. Und wenn wieder wollen, dass die Arbeitsplatzmaschine in Deutschland angeworfen wird, dann ist es natürlich ganz wichtig, dass die Zusammenarbeit mit den USA funktioniert", so der BDI-Hauptgeschäftsführer. Ebenfalls in der PHOENIX-Sendung warf der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90 / Die Grünen, Fritz Kuhn, der Union wirtschaftspolitische Kompetenzlosigkeit vor: "Wir brauchen eigentlich schon seit Jahren jemanden, der den Job auch wirklich machen will. Ich hatte im Bundestag immer den Eindruck, der Michel Glos will das gar nicht machen und so hat er auch agiert." Mit Blick auf die Vorgänge bei der Benennung des neuen Wirtschaftsministers sagte Kuhn: "Man muss sich fragen, wer hat eigentlich die Richtlinienkompetenz in Deutschland. Führt die Kanzlerin oder wird von einer Regionalpartei entschieden, wer in der Wirtschaftskrise der Wirtschaftsminister ist?" Wörtlich ergänzte der Grünen-Politiker: "Seehofer war überfordert mit der ganzen Situation. Sonst hätte er da nicht einen Tag lang überhaupt nicht richtig senden können." Wenn die CSU jemanden gehabt hätte, der sich als Wirtschaftsfachmann aufgedrängt hätte, "dann hätten die auch nicht so lange gebraucht", sagte Kuhn. Glos habe offensichtliche ordnungspolitische Defizite gehabt. Gerade in der Wirtschaftskrise sei es nun wichtig, "dass die Leute verstehen, welche Linie eigentlich gefahren wird." Zur Berufung des neuen Wirtschaftsministers zu Guttenberg sagte der Grünen-Fraktinschef: "Ein bisschen problematisch ist es schon, dass ein Außenpolitiker in der Wirtschaftskrise ran muss. Er muss sich sehr, sehr schnell in das Ministerium richtig einarbeiten und schauen, dass eine Linie rauskommt."

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