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NABU: EU und Bundesregierung fahren Klimaschutz an die Wand

Berlin (ots)

Im Streit um die Verringerung von Autoabgasen
zeichnet sich nach Informationen des NABU eine deutliche Verwässerung
der von EU-Umweltkommissar Dimas geforderten Kohlendioxid-Grenzwerte 
für Pkw ab. EU-Kommissionspräsident Barroso wäre demnach vor der 
deutschen Bundesregierung eingeknickt. "Ausgerechnet während alle 
Klimawissenschaftler bestätigen, dass auf dem Klima-Highway die Hölle
los ist, drückt Barroso nun mit tatkräftiger Unterstützung der 
Bundesregierung in Sachen Klimaschutz auf die Bremse", sagte 
NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Dimas wollte die 
Automobilhersteller ursprünglich gesetzlich verpflichten, den 
Kohlendioxidausstoß ihrer Fahrzeuge bis 2012 auf 120 Gramm pro 
Kilometer zu senken.
Das Gefeilsche um Kohlendioxid-Grenzwerte bei Autos und die 
Anrechnung von Biokraftstoffen zur Einhaltung der EU-Zielmarken sei 
vor dem Hintergrund des gerade vorgelegten Weltklimaberichts geradezu
grotesk. Der aktuelle Beitrag von Biokraftstoffen zur 
Klima-Entlastung sei erstens umstritten und zweitens hätten sich die 
Autohersteller bisher nicht als Produzenten von Biodiesel und Ethanol
hervorgetan. Es sei außerdem unverständlich, dass sich 
Bundeskanzlerin Merkel gegen die Spritspar-Pläne von Dimas stelle und
nun auf ihrer Auslandsreise im Nahen Osten neue Produzentenmärkte für
Kraftstoffe finden wolle. Miller: "Bundeskanzlerin Merkel sucht in 
Saudi-Arabien nach Erdöl und Flüssiggas für Autos und weigert sich 
dabei anzuerkennen, dass das größte Potenzial in effizienten 
Fahrzeugen liegt."
Selbst wenn die Kommission an den zunächst geplanten 
Abgasgrenzwerten festhalte, müsse nicht jedes Fahrzeug ab 2012 den 
Wert von 120 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer erfüllen, sondern dies 
sei ein Durchschnittswert aller Pkw-Modelle. Das eröffne ausreichend 
Spielraum auch für Oberklassemodelle deutscher Fabrikation, die im 
übrigen im internationalen Vergleich keineswegs nur hintere Plätze 
belegten. "Richtig ist aber, dass Spritfresser mit 12 Zylindern, 500 
PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 250 Kilometern pro Stunde vom 
Straßenbild verschwinden", so Miller. Das für morgen erwartete 
Strategiepapier der Kommission sei zwar noch kein definitiver 
Gesetzesvorschlag. Es gebe aber mindestens die Richtung für die 
kommenden zehn Jahre vor. "Wenn Kommissionspräsident Barroso nun 
lasche Klimaschutzvorgaben für Autos präsentiert, dann fährt er den 
Klimaschutz-Wagen an die Wand und Bundeskanzlerin Merkel baut ihm 
vorher noch Airbag und Anschnallgurt aus", so Miller.
Im Internet zu finden unter www.NABU.de
Originaltext vom NABU

Pressekontakt:

Rückfragen:
Dietmar Oeliger, NABU-Verkehrsreferent, Tel. 030-284984-28.

Original-Content von: NABU, übermittelt durch news aktuell

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