NABU

NABU erhebt Einwendungen gegen dezentrale Atommüll-Zwischenlager

    Bonn (ots) - Der Naturschutzbund NABU hat heute beim Bundesamt für
Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter Einwendungen gegen insgesamt sechs
geplante dezentrale Atommüllzwischenlager eingereicht. Nach
Auffassung des NABU sind die an den Atomkraftwerksstandorten Biblis,
Unterweser, Grohnde, Krümmel, Brunsbüttel und Brokdorf geplanten
Anlagen nicht mit dem zwischen Bundesregierung und Energiewirtschaft
vereinbarten Atomausstieg vereinbar. "Zwar ist die Einrichtung der
Standortzwischenlager Bestandteil des sogenannten Atomkonsenses",
sagte NABU-Atomexperte Frank Musiol, "doch die Kraftwerksbetreiber
langen bei den beantragten Lagerkapazitäten so kräftig zu, dass sie
damit ihre Reaktoren auch noch bis ins Jahr 2040 betreiben könnten."
    
    Der NABU habe das BfS daher aufgefordert, keine Genehmigungen für
den Bau der Zwischenlager auszusprechen. Auch eine in der
Einlagerungsmenge beschränkte Genehmigung lehne der NABU ab. "Wenn
der Konsens aufgekündigt würde, könnten die Genehmigungen mal eben
einfach erweitert werden", so Musiol.
    
    Neben den unakzeptablen Dimensionen der Lager halte der NABU auch
die Sicherheitskonzepte für ungenügend. "Dass die Castoren
tatsächlich 30 Jahre und länger dicht halten, ist keineswegs belegt.
Insofern ist die Aufstellung in einfachen Lagerhallen ohne
Reparaturmöglichkeit schlichtweg ein Sicherheitsrisiko", sagte
Musiol. Der NABU wies darauf hin, dass am Zwischenlager Gorleben eine
Pilotkonditionierungsanlage zur Reparatur schadhafter Castoren
genehmigt worden sei. Folgerichtig müssten auch alle anderen
vergleichbaren Lager solche Einrichtungen vorsehen.
    
    
ots Originaltext: NABU
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Für Rückfragen:

Dr. Frank Musiol,
NABU-Atomexperte,
Tel.: 0228-4036-164

Im Internet zu finden unter www.NABU.de



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