NABU fordert Ende der Blockadehaltung gegen ökologische Vorrangflächen

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Berlin (ots) - Der NABU hat sich dafür ausgesprochen, auf ökologischen Vorrangflächen im Rahmen der künftigen EU-Agrarpolitik eine naturverträgliche Nutzung unter bestimmten Vorgaben zu ermöglichen. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung, die am heutigen Dienstag auf einer Fachtagung in Berlin vorgestellt wurde.

"Die Vorrangflächen sind die wichtigste und wirkungsvollste Maßnahme zur Ökologisierung der EU-Agrarpolitik. Sie leisten einen zentralen Beitrag für die nachhaltige Sicherung der Produktionsgrundlagen durch den Schutz von Wasser, Boden und Klima - und damit auch für das künftige Einkommen der Landwirtschaft", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Der Gesetzesvorschlag der EU-Kommission zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik sieht vor, dass sieben Prozent der Agrarfläche als ökologische Vorrangflächen ausgewiesen werden sollen. Doch die Vorrangflächen werden von der Agrarwirtschaft als vermeintliche "Zwangsbrachen" abgelehnt. In der Folge wird zunehmend über großzügige Ausnahmeregelungen diskutiert, die einen wesentlichen Teil der Betriebe von den Vorgaben freistellen sollen.

In einem Forschungsvorhaben für das Bundeslandwirtschaftsministerium hat der NABU Empfehlungen erarbeitet, welche Anbaukulturen unter welchen Bedingungen als Vorrangflächen anerkannt werden könnten. Zu diesem Zweck wurden rund 80 verschiedene Energiepflanzen und Extensivkulturen in zehn Bundesländern auf ihre naturschutzfachliche Eignung untersucht. Als entscheidende Rahmenbedingung für die ökologische Wirkung der Vorrangflächen erwiesen sich dabei der Verzicht auf Pflanzenschutz- und Düngemittel sowie der Verzicht auf Bodenbearbeitung und Ernte im Zeitraum von Mitte April bis Ende Juli. Zu den besonders geeigneten Kulturen gehören der extensive Anbau von Linsen und Lein, von Mischkulturen sowie von Getreide mit weitem Reihenabstand. Auch der Anbau von Esparsette oder Rotklee in Streifenform kann als Vorrangfläche zur Aufwertung von Natur und Umwelt beitragen.

"Die Ergebnisse machen deutlich, dass die Vorrangflächen durchaus in den landwirtschaftlichen Betriebsablauf integriert werden können. Wir appellieren an die Agrarpolitiker in Bund und Ländern, die Ausgestaltung der Vorrangflächen im Interesse von Landwirtschaft und Naturschutz konstruktiv zu nutzen und ihre Blockadehaltung aufzugeben", so NABU-Agrarexperte Florian Schöne.

Hintergrundpapier zu finden unter www.nabu.de/vorrangflaechen

Originaltext vom NABU

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