NABU

NABU fordert Neuorientierung der Agrarpolitik

Bonn (ots) - Eine grundlegende Neuorientierung in der Agrarpolitik hat der Naturschutzbund NABU als Konsequenz des BSE-Skandals gefordert. "Jetzt muss auch dem Letzten klar geworden sein, dass die Landwirtschaft mit industriellen Methoden nicht nur ein Umweltproblem ist. Sie stellt vor allem ein Risiko für die Verbraucher dar", sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Gerd Billen. Bis zur letzten Sekunde habe die deutsche Agrarwirtschaft wieder einmal versucht, das Problem abzustreiten und auszusitzen. Das nun beschlossene Verbot der Verfütterung von Tiermehl komme viel zu spät und tauge allenfalls zur kurzfristigen Schadensbegrenzung. "Es ist doch nur eine Frage der Zeit, bis der nächste Futtermittelskandal offenbar wird", so Billen weiter. Nach Ansicht des NABU ist die aktuelle BSE-Krise nur ein besonders schwerwiegendes Symptom der Risiken industrieller Massentierhaltung. Mit den Tiermast-Antibiotika ticke schon die nächste Zeitbombe. Nach Aussage des EU-Futtermittelausschusses begünstigt der Einsatz sogenannter antibiotischer Leistungsförderer die Resistenzbildung bei menschlichen Krankheitserregern. Trotzdem werde auch dieses Problem bislang noch totgeschwiegen, kritisierte Billen. Der NABU-Geschäftsführer forderte, jetzt die politischen Weichen grundlegend zu Gunsten einer ökologischen und flächengebundenen Tierhaltung zu stellen. Seit den siebziger Jahren begleite eine ununterbrochene Kette von Skandalen die intensive Tierhaltung. "Es wird Zeit, dass die Agrarpolitik endlich daraus lernt, und nicht nur nach neuen Entschädigungen und Subventionen für Landwirte sucht", forderte Billen. Durch die Einführung von Flächen- statt Tierprämien, Investitionsbeihilfen in Laufställe sowie Vermarktungsförderung müssten nun die ersten Weichen gestellt werden, damit eine extensive und ökologische Fleischerzeugung langfristig rentabel wird. Auf längere Sicht soll nach Ansicht des NABU der ökologische Landbau zukünftig eine tragende Rolle spielen. Die Erzeugung der Futtermittel auf dem eigenen Hof, der Ausschluss von Tiermehlen, die artgerechte Tierhaltung sowie die aufwändigen Kontrollen und Herkunftskennzeichnungen garantierten maximalen Schutz vor BSE und anderen Risiken, so Billen. Wer im Moment nicht auf Rindfleisch verzichte wolle, der treffe mit Fleisch aus ökologischem Landbau nach Ansicht des NABU die vergleichsweise sicherste Kaufentscheidung. ots Originaltext: NABU Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Weitere Informationen: Florian Schöne, NABU-Agrarreferent, Tel. 0228-4036-169 Die aktuelle NABU-Studie "Grünlandschutz durch extensive Rinderaltung" (Okt 2000 / 80 S.) senden wir Ihnen gerne zu, Anruf genügt. Original-Content von: NABU, übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Meldung


Weitere Meldungen: NABU

Das könnte Sie auch interessieren: