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NABU fordert konzertierte Aktion gegen illegalen Tierhandel

Bonn/Hannover (ots) - Der Naturschutzbund NABU hat von Bund und Ländern eine konzertierte Aktion gegen den illegalen Tierhandel gefordert. Bei einem Besuch im niedersächsischen NABU-Artenschutzzentrum Leiferde kritisierte NABU-Präsident Jochen Flasbarth, dass Deutschland eines der wichtigsten Abnehmerländer für den illegalen Handel mit weltweit bedrohten Tieren und Pflanzen sei. "Dekadenz und Unwissenheit führen dazu, dass in Deutschland ein riesiger Markt für den skrupellosen Handel mit seltenen Arten besteht." Nach dem Drogen- und Waffenhandel nehme der Handel mit Tieren und Pflanzen weltweit den dritten Platz bei illegalen Geschäften ein. Flasbarth wies darauf hin, dass alleine der Handel mit lebenden Tieren und Pflanzen nach Schätzungen weltweit jährlich mehr als 300 Millionen Fische, über fünf Millionen Vögel, über 25.000 Affen, knapp 10 Millionen Orchideen und 7,5 Millionen Kakteen umfasse: "Dieser gewaltige Aderlass hat Arten wie den Hyazinth-Ara oder den Kapuzenzeisig an der Rand der Ausrottung gebracht." Der NABU-Präsident forderte die Bundesregierung zu einer drastischen Verschärfung des nationalen Artenschutzrechtes auf: "Die entsprechenden Strafen müssen deutlich machen, dass illegaler Artenhandel kein Kavaliersdelikt ist." Weiterhin müsste das komplizierte System der Verbotslisten für den Handel mit Tieren und Pflanzen in leicht verständliche Listen nach dem Vorbild des amerikanischen "Wild Bird Conservation Act" überführt werden, die darstellten, welche Arten überhaupt als Wildfang gehandelt werden dürften. Flasbarth sieht im bisherigen Vollzug des Artenschutzrechtes das größte Hindernis für einen Stopp des illegalen Handels: "Sowohl die Zoll-Kapazitäten an den deutschen EU-Außengrenzen als auch die zuständigen Landesbehörden müssen deutlich gestärkt werden." Auch die Verbraucher seien zu äußerster Wachsamkeit aufgefordert und sollten sich vom Händler bescheinigen lassen, dass ein Tier nach den Bestimmungen des Washingtoner Artenschutzabkommens und der EU-Artenschutzverordnung gehandelt werden darf. ots Originaltext: NABU Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für Rückfragen: Wolfgang Rades, NABU-Artenschutzzentrum Leiferde, Tel. 05373-6677. Claus Mayr, NABU-Fachreferent Biologische Vielfalt, Tel. 0228-4036-166. Eine ausführliche Studie zum Thema gibt es in der NABU-Pressestelle, Tel. 0228-4036-140. Im Internet zu finden unter http://www.nabu.de Original-Content von: NABU, übermittelt durch news aktuell

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