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BLOGPOST Regionaljournalismus: "Für Gesprächsstoff unter Nachbarn sorgen"

BLOGPOST Regionaljournalismus: "Für Gesprächsstoff unter Nachbarn sorgen"

Unternehmen fürchten negative Schlagzeilen. Doch Transparenz und Aufrichtigkeit verdienen Respekt - bei Medienvertretern wie bei der Bevölkerung. Das meint Rainer Battefeld. Er ist Reporter beim Hessischen Rundfunk und weiß: Insbesondere die regionale Berichterstattung lebt von einem Vertrauensverhältnis zwischen Journalisten und den Playern vor Ort. In unserer Reihe "Wer liest eigentlich Pressemitteilungen?" fragen wir Journalisten nach ihrem Arbeitsalltag und wollen wissen, welche Anforderungen sie an PR-Material haben.

TREIBSTOFF: Würden Sie uns in ein paar Sätzen Ihren Arbeitsalltag beschreiben?

BATTEFELD: Als Reporter bin ich vor allem damit beschäftigt, interessante Themen für die Radiohörer in Hessen zu finden. Der Schwerpunkt liegt auf Themen, die einen Gesprächswert haben. Also um das, was man im Radio hört und vielleicht anschließend seinem Nachbarn erzählt. Danach geht es für mich darum, diese Themen entsprechend umzusetzen, die passenden Interviewpartner zu finden und letztlich das Thema auf die Antenne zu bekommen. Worüber man in Hessen spricht oder sprechen sollte - das herauszufinden ist meine Aufgabe.

TREIBSTOFF: Wie recherchieren Sie neue Themen?

BATTEFELD: Das ist ganz unterschiedlich. Man erfährt einiges eher beiläufig bei Gesprächen mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft. Manches läuft über soziale Medien. Natürlich schaue ich auch bei Facebook, Twitter oder LinkedIn, was Menschen aus meiner Region veröffentlichen, worüber sie diskutieren. Hilfreich sind natürlich auch Einladungen zu Presseterminen oder auch Infos, die aus der PR-Landschaft kommen.

TREIBSTOFF: Wie muss PR-Material aussehen, mit dem Sie etwas anfangen können?

BATTEFELD: Das muss gar nicht mal so ausführlich sein, aber es sollte interessant sein. Eine Innovation. Eine pfiffige Kampagne. Oder - sowas kommt leider gelegentlich auch mal vor - eine eher negative Nachricht. Wichtig ist die Relevanz für die Zielgruppe. Ich hatte vor einer Weile eine kurzfristige Einladung zu einer Pressekonferenz, bei der die Schließung eines Firmenteils mit einhergehenden Entlassungen bekanntgegeben wurde. Das ist aufrichtig. Davor ziehe ich den Hut. Firmen sollten sich nicht scheuen, auch Rückschläge zu benennen. Dasselbe Unternehmen hat nur wenige Monate später einen neuen Firmenkomplex eingeweiht und neue Arbeitsplätze geschaffen. Auch darüber habe ich dann berichtet.

TREIBSTOFF: Welche Fehler machen Absender von PR-Material immer wieder?

BATTEFELD: Mails an sich sind kein Problem. Aber leider sind im Anhang häufig hochauflösende Fotos, die eine Mail dann auf 30 bis 40 MB anschwellen lassen. Mag sein, dass es für einige Redaktionen praktisch ist, aber mich nervt es. Ich kann damit nicht nur nichts anfangen. Viel schlimmer noch ist, dass mein offizieller Mail-Account leider stark limitiert ist. Das wird dann unschön, wenn keine Mails mehr durchkommen, weil zehn PR-Agenturen den Account über's Wochenende vollgestopft haben. Ein dezenter Verweis auf vorhandenes Bildmaterial auf einem externen Server würde völlig genügen.

Dieser Beitrag ist ein Original-Blogpost aus TREIBSTOFF:

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