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BLOGPOST: Video-Traffic: 650 Mio Stunden pro Tag - Eine Bestandsaufnahme

BLOGPOST: Video-Traffic: 650 Mio Stunden pro Tag - Eine Bestandsaufnahme

Videos schreiben eine unglaubliche Erfolgsgeschichte im Netz. Immer mehr Bewegtbild wird produziert und konsumiert, der Video-Traffic steigt rasant. Egal ob Endverbraucher oder Professional, Jugendlicher oder Best Ager, keine Zielgruppe bleibt außen vor. Ganz klar: Bewegtbild gehört in jede Content-Marketing-Strategie. TREIBSTOFF liefert eine Bestandsaufnahme: Wichtige Zahlen, Fakten und Trends rund um's Thema Video.

Cisco Systems zufolge machen Videoinhalte in diesem Jahr weltweit bereits 38 Prozent des gesamten Internet-Traffics aus, für 2019 werden mehr als 80 Prozent erwartet. Bei YouTube wurden allein im Juli 2015 400 Stunden Videomaterial pro Minute hochgeladen. Business Insider schätzt die tägliche Videonutzung auf YouTube aktuell auf bis zu 650 Millionen Stunden. Konkurrent Facebook gab im April 2016 an, dass seine Nutzer täglich 100 Millionen Stunden an Videos schauen. Die Zahl der täglichen Video-Aufrufe auf Snapchat soll bei weit über zehn Milliarden liegen, verkündete Strategiechef Imran Khan auf der diesjährigen dmexco.

Diese Zahlen zeigen: Videos sind und werden auch zukünftig das meist rezipierte Format im Netz sein. Die aktuelle ARD/ZDF-Online- Studie (Veröffentlichung: Oktober 2016) zeigt, dass die Nutzung von Online-Videos 2016 in allen Altersgruppen weiter zunahm. Nachdem der Nutzerkreis von Videoportalen in den vergangenen Jahren stagniert hatte, ergibt sich 2016 wieder ein deutlicher Anstieg. Auf die größte Reichweite kommt nach wie vor YouTube:

- Von allen Onlinern (84 Prozent der Deutschen) nutzen 86 Prozent Videos (2015: 82 Prozent)

- 70 Prozent der Onliner nutzen Videoportale wieYouTube, MyVideo oder Clipfish (2015: 61: Prozent; 2014: 64 Prozent)

- 32 Prozent der deutschen Bevölkerung sehen Videos auf Facebook (2015: 24 Prozent)

Der Video-Traffic bei ausgewählten europäischen Top-Unternehmen stieg zwischen 2009 und 2015 um das Achtfache an (Studie movingimage). Laut der PR-Agentur Edelman.ergo betreiben in Deutschland inzwischen mehr als zwei Drittel der umsatzstärksten Unternehmen einen Kanal auf YouTube.

Entsprechend wuchsen auch die für Online-Videos bereitgestellten Budgets. Gaben die Unternehmen in Deutschland laut Online-Vermarkterkreis (OVK) im Jahr 2008 nur 16,7 Millionen Euro für Bewegtbildwerbung aus, lagen die Ausgaben 2013 bereits bei 305 Millionen Euro. Für 2016 prognostiziert der Carat Adspend Forecast für das Online-Video-Budget deutscher Werbetreibender ein Wachstum von mehr als 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Das Internet wird audiovisuell

Was sind die Treiber dieses Booms? Noch nie ist Konsum, Produktion und Verbreitung von audiovisuellen Inhalten so einfach gewesen. Insbesondere die technologischen Entwicklungen der letzten Jahre haben dazu beigetragen, dass immer mehr Menschen Videos nahezu überall unkompliziert herstellen und konsumieren können. Netzwerk- und Übertragungskapazitäten sind erheblich gestiegen. Gleichzeitig lassen sich Videodateien heute viel besser komprimieren, ohne an Qualität zu verlieren. Größter Treiber sind jedoch die mobilen Endgeräte und die Infrastruktur für die mobile Datenübertragung (WLAN, LTE). Jeder Besitzer eines Smartphones oder Tablets kann heute schnell und kostengünstig Videos produzieren, nachbearbeiten und verbreiten.

Bewegtbilder sind auch deshalb so beliebt, weil Menschen zu visuellen Formaten einen leichteren Zugang haben als zu reinem Text. Warum sich mühsam durch eine Buchstabenwüste kämpfen, wenn ein Video die Botschaft prägnant und anschaulich vermitteln kann? Videos erhöhen den Klickimpuls der Nutzer um ein Vielfaches. Das verdeutlicht eine Auswertung von news aktuell, bei der die dpa-Tochter die Klickraten von Pressemitteilungen auf ihrem Presseportal untersucht hat: Wenn die Meldung ein Video enthielt, stieg die Klickrate um 270 Prozent gegenüber reinem Text. Und laut Forbes steigt die Kaufbereitschaft von Kunden um 64 Prozent, nachdem sie ein Video über ein Produkt gesehen haben.

Ein weiterer Grund für die steigende Zahl von Online-Videos ist, dass Google den Seiten mit Video-Inhalten eine höhere Relevanz zuspricht. Zudem verweilen Nutzer länger auf Seiten mit Bewegtbildern, was sich wiederum positiv auf das Ranking bei Google auswirkt.

Die Big Player im Web

Durch den rasanten Zuwachs der Distributionskanäle gibt es immer mehr Möglichkeiten, mit Video-Content eine große Reichweite zu erzielen. Inzwischen können Unternehmen ihre Bewegtbildinhalte neben den eigenen Kanälen (etwa Unternehmenswebseite oder Blog) längst nicht mehr nur auf YouTube - dem Urgestein der Videoportale - verbreiten. Facebook, Twitter, Instagram, Snapchat: immer mehr soziale Medien ziehen nach und ermöglichen (mobile) Uploads und (Live-) Streaming von Videomaterial.

YouTube ist zwar nach wie vor die größte Plattform für Video-Content, aber um die Marktführerschaft nicht gegen Hauptkonkurrent Facebook zu verlieren, setzt das Unternehmen auf diverse Strategien: Neben dem Ausbau von Live-Videos und einer komplett werbefreien Abo-Sektion (YouTube Red) will man Medienberichten zufolge den Schritt hin zum vollwertigen sozialen Netzwerk gehen: Mit dem Feature "Backstage" sollen Nutzer in einer Timeline neben Videos auch Bilder und Text online stellen können.

Facebook treibt den Kampf um die Vorherrschaft der Videoanbieter mit dem massiven Ausbau seiner Videofunktionen aggressiv voran. Die viel kritisierte Auto-Play-Funktion, Livestreams sowie eine eigene Video-Suchmaschine zeigen, welche Bedeutung Facebook den Bewegtbildern zuspricht. Glaubt man den Angaben des Konzerns, haben allein im September 2015 über 1,6 Millionen Kleinunternehmen ein Video auf Facebook gepostet, so die aktuelle Studie "The Future of Online News Video" von Reuters Digital News Report (erschienen im Juli 2016).

YouTube und Facebook bilden aber nur die Speerspitze der sozialen Medien, die auf Video-Inhalte setzen: Auch bei der Facebook-Tochter Instagram können Nutzer inzwischen Videos von bis zu 60 Sekunden hochladen. Der Kurznachrichtendienst Twitter bietet ebenso das Einbinden von bis zu 30-sekündigen Videos an und über seine Tochter Periscope das Live-Streaming. Auch XING ermöglicht den Premium-Nutzern seit kurzem, Videos in Beiträge zu integrieren.

Einsatzmöglichkeiten von Video

Vom Image- oder Produktfilm über Erklärvideos, Experten-Interviews, "Making-ofs" und Videorezensionen bis hin zum Mitarbeiter-Schulungsvideo - mit der richtigen Bewegtbildstrategie können Unternehmen ihre Botschaft einprägsam und emotional vermitteln. Wichtig: Im Vordergrund der Botschaft muss immer der Nutzwert für die Zielgruppe stehen, weniger das Unternehmen mit seinen Produkten oder Dienstleistungen.

Einen immer höheren Stellenwert in Kommunikation und PR nehmen Live-Videos ein. Unternehmen setzen auf Streamings, um Events, Pressekonferenzen oder Produktpräsentationen einem großen Publikum nahe zu bringen - in Echtzeit und weitgehend ohne Produktionskosten. Die mobilen Dienste Periscope und Meerkat sind hier führend. Weiterhin im Trend liegen die sogenannten How-To- oder Erklärvideos. Hier können Unternehmen ihre Expertise für ein bestimmtes Fachgebiet unter Beweis stellen.

Video ist nicht gleich Video

Entscheidend für den Erfolg von Video-PR ist letztendlich aber die Qualität des Materials: Optimale Länge (kurz ist besser als lang), die richtige Dramaturgie (Storytelling) und gezielte Interaktionsmöglichkeiten für das User-Engagement, um nur ein paar Merkmale zu nennen. Bei zunehmend mobilem Videokonsum sollte man darüber hinaus Untertitel mitdenken, denn viele Nutzer schauen Videos inzwischen ohne Ton.

Schlecht produzierte Clips schrecken die User naturgemäß ab. In einer aktuellen Studie des englischen Video-Dienstleisters Wyzowl gab mehr als ein Drittel der Befragten an (37 Prozent), dass sie bei einem schlecht gemachten Video vom Kauf eines Produkts oder einer Dienstleistung absehen. Im besten Fall verliert ein Konsument also das Interesse, im schlimmsten büßt das Unternehmen an Glaubwürdigkeit und Autorität ein. Der Beitrag ist ursprünglich in unserem Whitepaper "Video-PR 2017: Trends, Tipps & Tools" erschienen:

Aus dem Inhalt des Whitepapers Video-PR 2017:

Einführung: 650 Millionen Stunden Video pro Tag

Verbreitung: Spread the Message - Reichweite erzielen für PR-Videos

Videos der Zukunft: Virtual Reality- und 360-Grad-Videos: Wie im Theater

VR im Einsatz: Virtual Reality bei Bahlsen: "Aus dem Staunen nicht herausgekommen"

Zukunftstrends: Drei Fragen an vier Video-Experten

Einwurf: "Live-Werbung und Holodeck-Marketing"

Praxistools: Selbstgemacht: Video-Apps im Check

Dieser Beitrag ist ein Original-Blogpost aus TREIBSTOFF: http://treibstoff.newsaktuell.de/video-traffic-650-millionen-stunden/

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