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BLOGPOST: zimpel Trends: Wie sieht unpeinlicher Jugendcontent aus?

BLOGPOST: zimpel Trends: Wie sieht unpeinlicher Jugendcontent aus?

Wir von zimpel verfolgen das Mediengeschehen peinlich genau, weil wir auf kleinste Schwankungen reagieren müssen. Dabei lesen wir jeden Informationsfetzen, der über die Presse- und Branchenkanäle wandert, und leiten daraus die ganz großen Trends ab. Oder die ganz Kleinen. Die folgenden drei Meldungen verdichten sich dabei zu einem gemeinsamen Oberthema: Wie sieht guter Jugendcontent aus?

Denn so groß die Probleme der Medienwelt mit der hippen Internetgeneration sein mögen, wollen auch Kids zwischen 14 und 29 Jahren informiert und unterhalten werden - nur eben nicht durch lineare Formate wie Fernsehen, Zeitschriften oder Höhlenmalerei. Im Monat September gaben gleich drei Meldungen Anlass, über dieses Phänomen zu sinnieren.

1. Rocket Beans TV wechselt zu YouTube

Die Hamburger Produktionsfirma Rocket Beans Entertainment hat etwas von einem Piratensender: In kompletter Eigenregie werden Inhalte nah an der Zielgruppe produziert und in einem 24 Stunden Livestream gesendet. Das Programm geben dabei keine Gesellschafter oder übergeordneten Medienhäuser vor, sondern die Zuschauer selbst werden stark eingebunden. Zum 01. September erfolgte ein Umzug des Streams von Nischenanbieter Twitch zur Mainstreamplattform YouTube. Das ist insofern bemerkenswert, als dass die Grenzen zwischen sozialen und klassischen Medienkanälen noch weiter verwischen und auch PR-seitig neu gedacht werden müssen.

2. Joiz macht (vorläufig) zu

Nachdem im August bereits die Schweizer Mutter die Pforten schloss, war im September auch in Deutschland für den Web-TV-Sender Schluss. Es wäre vermessen jetzt schon endgültige Aussagen zu treffen, ob es an uneinigen Gesellschaftern lag, oder am Programm selbst, dass sich stilistisch deutlich näher an klassischen Jugendangeboten orientierte, wie sie der (inzwischen wahrscheinlich ü30) Zuschauer vielleicht noch Viva und MTV gewohnt ist. Anfang nächsten Jahres soll der Sender mit neuem Konzept zurückkehren, jedoch machen erste Aussagen von Investor Uwe Fabich, welchen zufolge er keinen "Teenie-Sender" und "Games-Scheiß" will, sondern einen Musikkanal, wenig Hoffnung auf Innovation.

3. ARD & ZDF

haben den funkNach Monaten des Wartens haben ARD und ZDF im September ihr neues Jugendangebot funk vorgestellt. funk ist kein Sender im landläufigen Sinne, sondern eher als Dachmarke zu verstehen, unter welcher auf verschiedenen Plattformen Inhalte ausgespielt werden. Dabei wurden vor allem bereits bekannte YouTuber und zielgruppenrelevante Medienmacher (u.a. Rocket Beans TV) ins Boot geholt. Die Hoffnung: Ein Angebot schaffen, bei dem Leute installiert werden, die bereits von der zeitungsphoben Zielgruppe akzeptiert und konsumiert werden. Das klingt so blöd nicht, nun müssen die Öffentlich Rechtlichen nur acht geben, nicht an sich selbst zu scheitern; sprich: sich möglichst raushalten.

Fazit

Scheinbar geht Jugendcontent ganz einfach: Nichtlineare Formate im Internet mit Themen und Gesichtern nah an der Zielgruppe. Da sind sich alle einig. Allein: Es klappt nicht immer. Die hier branchendienstlich untersuchten Fallbeispiele entsprechen zwar dieser Formel, kommen dabei aber zu unterschiedlichen Lösungen: Wo die Rocket Beans versuchen kompromisslos der eigenen Vision zu folgen, scheitert Joiz. Denn im Gegensatz zum Hamburger Web-Sender hing die Existenz von Joiz bis zuletzt an der Gunst von Investoren und Gesellschaftern.Derweil verabschieden sich ARD und ZDF mit funk vollständig vom Senderprinzip und stellen nur noch die Struktur für junge Medienmacher bereit und nehmen sich als Reflektionsfläche für ihre Zuschauer bewusst raus.Und dieser Ansatz scheint sinnvoll: Wer die junge Zielgruppe ansprechen will, darf diese weder imitieren, noch sich anbiedern. Ach, und natürlich nicht dem Guide für Unpeinlichkeit folgen.

Dieser Beitrag ist ein Original-Blogpost aus TREIBSTOFF: http://treibstoff.newsaktuell.de/zimpel-trends-wie-geht-jugendcontent/

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