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CO2-Bombe Amazonas-Urwald muss endlich entschärft werden
Greenpeace mahnt vor Köhler-Reise Urwaldschutz zur Klimarettung an

Hamburg/Manaus (ots)

Am Montag wird Bundespräsident Horst Köhler
den größten Regenwald der Erde besuchen. Greenpeace fordert den 
obersten Repräsentanten auf, sich für den Schutz Amazoniens und der 
Urwaldgebiete verstärkt einzusetzen. Die Urwaldzerstörung trägt mit 
bis zu 25 Prozent zu weltweiten Klimaerwärmung bei. Deutschland hat 
über die Nachfrage nach Soja für die Fleischproduktion, nach Holz und
zunehmend nach Biosprit den Druck auf den Amazonas-Urwald erheblich 
verschärft. Der Bundespräsident soll sich nun dafür einsetzen, dass 
der Erhalt der Urwälder in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit 
völlig neu ausgerichtet wird. Köhler wird Vertreter von Greenpeace 
Brasilien treffen.
Amazonien ist nicht nur der mit weitem Abstand artenreichste 
Lebensraum der Erde. Er ist auch die Heimat vieler indigener Völker, 
die durch die zunehmende Zerstörung ihrer Heimat beraubt werden. Der 
Urwald bindet enorme Mengen an Kohlendioxid, bis zu 50mal mehr als 
landwirtschaftliche Flächen. Werden die Bäume abgeholzt, geht diese 
Funktion verloren.  Werden die Bäume verbrannt, wird zusätzlich CO2 
frei. "Verschwindet der Urwald weiterhin in dieser Geschwindigkeit, 
ist der Klimakollaps vorprogrammiert und damit das  Überleben aller 
Lebewesen fraglich," sagt Thomas Henningsen, Leiter der 
Greenpeace-Kampagne zur Rettung Amazoniens, der gerade von einer 
Expedition in die Region zurück gekommen ist. "Der Urwald des 
Amazonas ist  eine CO2-Bombe. Sie muss dringend entschärft werden".
In Brasilien wurden in den vergangenen Jahren jährlich über 20.000
Quadratkilometer Urwald (ein Fünftel des deutschen Waldes jährlich) 
abgeholzt und vor allem in Soja-Äcker oder Viehweiden umgewandelt. 
Allein in Brasilien trägt die Entwaldung zu zwei Drittel der 
nationalen CO2-Emissionen bei. Damit liegt Brasilien dicht hinter 
Indonesien. Die Urwaldabholzung des Inselstaates macht sogar drei 
Viertel der nationalen CO2-Emissionen aus. Die FAO schätzt, dass der 
Gehalt an Kohlenstoff, der in Wäldern gespeichert ist, einer Menge 
CO2 entspricht, die innerhalb der nächsten 45 Jahre durch die 
Verbrennung fossiler Energieträger und der Zementproduktion in die 
Atmosphäre geblasen wird. Damit kommt dem Urwaldschutz eine 
wesentliche Rolle in der Rettung des Weltklimas zu.
Deutschland kann über die EU- sowie die G8-Präsidentschaft jetzt 
die Weichen für eine künftig neu ausgerichtete Urwaldschutzpolitik 
stellen. Für Mai 2008 hat Deutschland zum UN-Weltgipfel zu Urwald- 
und Meeresschutz nach Bonn eingeladen. "Der Bundespräsident sollte 
durch seine Reise Bundeskanzlerin Merkel deutlich machen, dass es 
nicht um kleinere Änderungen der deutschen Entwicklungspolitik beim 
Urwaldschutz geht", sagt Henningsen. "Wenn wir weiter auf diesem 
Planeten leben wollen, sollten die G8-Regierungen gemeinsam mit 
Ländern wie Brasilien die Urwaldgebiete schnellstmöglich schützen. 
Dazu gehört eine ökologisch-soziale Ausrichtung der Handelspolitik 
und ein milliardenschwerer Urwaldschutz-Fond". Greenpeace hat 2006 
durch seine Kampagne ein vorläufiges Ende der neuen Entwaldungen für 
Soja-Felder in Amazonien bewirkt.
Achtung Redaktionen: Für Rückfragen erreichen Sie
Dr. Thomas Henningsen, mobil unter Tel.: 0049 171 8780817
oder in Manaus Paulo Adario,
Leiter der Greenpeace-Amazonaskampagne in Brasilien,
mobil unter Tel.: 0055 92 81158928 (Paulo Adario spricht englisch). 
Bildmaterial zur Entwaldung können wir zur Verfügung stellen,
Tel.: 0171 8780 828.
Internet: www.greenpeace.de

Original-Content von: Greenpeace e.V., übermittelt durch news aktuell

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