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Problem Atommüll weltweit ungelöst
Greenpeace veranstaltet internationales Endlager-Symposium im Wendland

Dannenberg (ots)

"Nirgendwo gibt es ein sicheres Endlager für
Atommüll!" Das erklärten übereinstimmend Atomexperten, Umweltschützer
und Politiker aus Frankreich, Schweden, Finnland, den USA,
Australien, Russland und Deutschland auf einer
Greenpeace-Veranstaltung in Dannenberg/Elbe. Die Referenten
berichteten gestern über die Atommüll-Situation in ihren Ländern und
forderten ihre Regierungen auf, die Produktion von radioaktiven
Abfällen sofort zu stoppen. Die Veranstaltung fand anlässlich des
bisher größten Castortransports mit hochradioaktiven Abfällen statt.
Er startet diese Woche aus der französischen Plutoniumfabrik La Hague
nach Gorleben.
Die US-Regierung behauptet, sie hätte mit Yucca Mountain in Nevada
ein Endlager für hochradioaktiven Atommüll gefunden. Judy Treichel,
Geschäftsführerin der Nevada Nuclear Waste Task Force, hält das für
Propaganda: "Um Yucca Mountain als Lösung zu verkaufen, hat die
Regierung alle Vorschriften so lange geändert, bis sie auf den Berg
in der Wüste passten. Dabei wurden negative Erkundungsbefunde wie
etwa die Gefahr von Erdbeben vom Tisch gewischt. Die ablehnende
Haltung der Bevölkerung wurde ignoriert."
Auch die finnische Regierung meint, die Endlagerfrage gelöst zu
haben. 2001 hatte die Gemeinde Eurajoki an der Südwestküste Finnlands
dem Bau eines Endlagers zugestimmt. Dort befinden sich bereits zwei
von Finnlands vier Atomkraftwerken. Matti Kojo, Universität Tampere,
widerspricht dieser Darstellung: "Bis 1994 wollte die Gemeinde noch
kein Atommüll-Endlager haben. Erst nach Zahlung von sieben Millionen
Euro und zum Beispiel dem Bau von Altersheimen änderte sich die
Meinung in der Gemeinde. Die Leute wurden von den Atomfirmen
praktisch gekauft. Kein einziges technisches Sicherheitsproblem ist
bisher gelöst." Trotzdem soll 2010 die Baugenehmigung erteilt werden
und das Endlager 2020 in Betrieb gehen.
In Russland werden jegliche Sicherheitsstandards im Umgang mit
Atommüll ignoriert. So wird in Sibirien flüssiger Atommüll in
Hohlräume im felsigen Untergrund verpresst. Wladimir Tschuprow,
Greenpeace-Atomexperte in Moskau, befürchtet, dass Russland
irgendwann als internationale Atommüllkippe herhalten muss: "Die
russische Regierung will ausländischen Atommüll im großen Stil
importieren. 2001 hat das russische Parlament ein entsprechendes
Atom-Importgesetz verabschiedet. Eine Volksabstimmung über die Pläne
wurde von der russischen Regierung verhindert." Reaktorbetreiber aus
der Schweiz, Taiwan, Frankreich und Deutschland wollen ihren Atommüll
nach Russland bringen. Tschuprow: "Die Menschen in Russland wollen
keinen Atommüll aus dem Ausland. Russland kann nicht einmal seinen
eigenen Atommüll sicher entsorgen."
Mathias Edler von Greenpeace Deutschland kritisierte scharf, dass
die rot-grüne Bundesregierung in punkto  Endlager die Weichen auf
Gorleben stelle, obwohl der Salzstock bereits seit 1981 als
ungeeignet und unsicher gilt. Edler: "Jeder Castor-Behälter, der nach
Gorleben gebracht wird, zementiert hier den Salzstock als künftiges
Endlager."
Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Atom-Experten Mathias Edler
Tel.: 0171-8780820 oder an Pressesprecher Björn Jettka, Tel.:
040-30618383 bzw. 0171-8780778. Greenpeace informiert Journalisten
während des Castor-Transport in den nächsten Tagen per SMS über den
Streckenverlauf. Kontakt: 0171-8780 830. Internet: www.greenpeace.de

Original-Content von: Greenpeace e.V., übermittelt durch news aktuell

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