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Investition in die Zukunft: Ölkonzerne müssen Klimaverantwortung übernehmen

    Hamburg (ots) - International tätige Ölkonzerne können langfristig
Gewinne erwirtschaften, wenn sie jetzt in Klimaschutz investieren.
Das ist das Ergebnis der Studie "Mineralölkonzerne und
Klimazerstörung", die Greenpeace heute in Hamburg veröffentlicht hat.
Demnach sollten Ölkonzerne ihre Investitionen in erneuerbare Energien
umlenken, statt weiter Öl und Gas zu fördern. Greenpeace fordert,
dass sich Ölkonzerne in vergleichbarer Weise ihrer Verantwortung zur
Senkung der weltweiten Treibhausgas-Emissionen stellen, wie es die
Industriestaaten im Klimaschutzabkommen von Kyoto getan haben. Die
Greenpeace-Studie belegt, dass eine alternative Energiewirtschaft
technisch möglich ist und die Mineralölindustrie ihren Anteil daran
finanzieren kann.
    
    Stellvertretend für alle global tätigen Mineralölkonzerne werden
in der Studie die ersten Versuche zum Klimaschutz im Bereich
regenerativer Energien von ExxonMobil, BP, Shell und TotalFinaElf
untersucht. Hans-Jochen Luhmann, Projektleiter der Studie vom
Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie: "Als ,Global
Player' müssen diese Unternehmen ihrer Produktverantwortung gerecht
werden und ihren Beitrag zum Schutz des Klimas leisten. Jede
nationalstaatliche Klimapolitik kann nur dann erfolgreich sein, wenn
die Konzerne eine aktive Rolle bei der Bewältigung des Klimaproblems
übernehmen."
    
    Die Autoren der Studie - Hans-Jochen Luhmann, Edda Müller
(Verbraucherzentrale Dachverband), Joachim Nitsch (Deutsches Zentrum
für Luft- und Raumfahrt) und Hans-Joachim Ziesing (Deutsches Institut
für Wirtschaftsforschung) - schlagen vor, dass sich die Ölkonzerne zu
einer Reduzierung für die Treibhausgase ihrer Produkte in der
Größenordnung des Kyoto-Protokolls verpflichten: Ihr Beitrag soll am
Absatz des Jahres 1990 bemessen werden und mindestens fünf Prozent
der damaligen CO2-Emissionen betragen. Um dieses Ziel zu erreichen,
empfehlen die Wissenschaftler eine Kompensation durch den Mix
regenerativer Energiequellen wie Solar, Wind, Biomasse und
Kraft-Wärmekopplung. Das dafür erforderliche Investitionsvolumen der
vier Mineralölkonzerne würde sich auf 70 Milliarden Euro für die
kommenden zehn Jahre belaufen.
    
    Ende Mai haben die 15 EU-Mitgliedsstaaten ihre
Ratifikationsurkunden zum Kyoto-Protokoll bei den Vereinten Nationen
in New York übergeben. Die Umsetzung der Verpflichtungen von Kyoto
rückt in greifbare Nähe. Jetzt sind entsprechende Maßnahmen der
international operierenden Ölkonzerne gefragt. "Eine strategische
Umorientierung des Geschäftsfeldes von Shell, BP, TotalFinaElf und
ExxonMobil, weg von Öl, hin zu erneuerbaren Energien, ist
unverzichtbar", erläutert Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid die
Ergebnisse der Studie. "Ein Ende des fossilen Öl-Zeitalters ist
absehbar. Deshalb ist der globale Klimaschutz nicht nur eine volks-
und weltwirtschaftliche Notwendigkeit - rechtzeitige Investitionen in
regenerative Energieträger sind auch eine Strategie betrieblichen
Überlebens."
    
    Achtung Redaktionen: Die Studie erhalten Sie bei
Greenpeace-Pressesprecherin Simone Miller, Tel: 040-30618-343 oder
0171/8706647. Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an die
Klimaexperten Karsten Smid, Tel: 0171/8780821 oder 040/30618-388 und
Jörg Feddern, Tel: 040/30618-335. Hans-Jochen Luhmann erreichen Sie
unter Tel.: 0202-2492-129 in Wuppertal. Internet: www.stoppesso.de
oder www.greenpeace.de.
    
    
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