Greenpeace e.V.

Altpestizide in Nepal fertig zur Verschiffung
Greenpeace: Bayer und Shell sollen Giftfracht übernehmen

    Kathmandu/Hamburg (ots) - Ein Greenpeace-Team aus Deutschen,
Indern, Schweizern und Niederländern hat heute die Sicherung
hochgiftiger Altpestizide in einem Giftlager in Nepal abgeschlossen.
Die Umweltschützer verpackten am Stadtrand der Hauptstadt Kathmandu
sechs Tonnen abgelaufener Altpestizide in 98 neue Überfässer. Das
Fasslager wurde am Samstag durch den deutschen TÜV (Rheinland)
geprüft und abgenommen. Ungefähr ein Drittel des Giftmülls sind
Bayer- und Shell-Produkte, die jetzt nach internationalen Regeln zum
Seetransport vorbereitet sind, um außerhalb des Landes fachgerecht
vernichtet zu werden. Bereits das Einatmen des in den Pestiziden
enthaltenen Methylbromids kann tödlich sein.
    
    Bayer und Shell haben sich beide öffentlich einer Politik des
"verantwortlichen Handelns" verschrieben. "Wir nehmen sie beim Wort.
Sie sollen kommen und ihre Pestizide zurück holen", sagt Andreas
Bernstorff, Greenpeace-Giftmüllexperte vor Ort. Greenpeace fordert
die Hersteller auf, die volle logistische, technische und finanzielle
Verantwortung für alle Altpestizide zu übernehmen. Die Stockholm
Konvention vom Mai 2001 fordert die umweltschonende Vernichtung von
Altbeständen an Dauergiften.
    
    Nach nepalesischen Angaben wurden die tödlichen Substanzen von den
westlichen Firmen vor über 25 Jahren gespendet oder als
Entwicklungshilfe ins Land gebracht. "Manche Firmen haben so sich
dabei offenbar ihrer Altbestände entledigt, die ansonsten hätten
aufwendig entsorgt werden müssen. Die meisten Stoffe, die wir hier
finden, sind inzwischen verboten", sagte Bernstorff.
    
    So befindet sich unter den Bayer-Pestiziden ein hochgiftiges
chlororganisches Quecksilberpräparat, das in Deutschland nie
zugelassen war: "Agallol 3". Trotzdem ist es nach Angaben
nepalesischer Beamter um 1970 ins Land gebracht worden, "um Märkte zu
öffnen". 30 Jahre später ist ein großer Teil des roten Staubes aus
mittlerweile durchgerosteten Kanistern entwichen und findet sich in
jeder Ecke der Lagerhalle. Ein Hilfsersuchen Nepals zur Entsorgung
wurde von Bayer 1999 abgewiesen. Nach Beginn der
Greenpeace-Aktivitäten im letzten Oktober hat die Firma endlich Hilfe
angeboten. Jetzt muss die nepalesische Regierung handeln.
    
    Der Rest der gefährlichen Chemikalien aus verrosteten Kanistern
und Dosen, zerrissenen Säcken und Tüten stammt unter anderem von den
Firmen Degesch/Frankfurt, Hoechst, Merck, Union Carbide (jetzt Dow),
Sumitomo, Sandoz, Ciba Geigy, Rhône Poulenc (jetzt Bayer), Du Pont,
Monsanto. Das Lager bei Kathmandu ist eines von sechs Giftlagern in
Nepal. Insgesamt geht Greenpeace von mindestens 75 Tonnen
Pestizid-Altlasten in Nepal aus. Weltweit sind eine halbe Million
Tonnen derartigen Giftmülls verstreut, für die die Industrie
Verantwortung übernehmen muss.
    
    
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Achtung Redaktionen: Sie erreichen Andreas Bernstorff in Nepal unter
Tel. +977-981038229 oder SAT +873-761623244, oder Pressesprecherin
Carmen Ulmen, Tel. 040-30618-344. Fotos von den Aufräumarbeiten in
Nepal erhalten Sie unter: 040-30618-376, Beta-Material vom Oktober
2001 unter: -375, Beta-Material vom Januar 2002 bei Reuters TV in Neu
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