Greenpeace e.V.

Kein Urwaldholz nach Deutschland!
Greenpeace-Aktion in Wilhelmshaven gegen russischen Holzfrachter

Wilhelmshaven (ots) - Greenpeace protestiert seit den frühen Morgenstunden in Wilhelmshaven gegen den Import von russischem Urwaldholz nach Deutschland. Aktivisten der Umweltorganisation fuhren in vier Schlauchbooten an den russischen Holzfrachter "Mekhanik Tyulenev" und versuchen die Entladung zu verhindern. Fünf Kletterer erklommen den 85 Meter langen Frachter und entrollten zwischen den Entladekränen ein Transparent mit dem Slogan "Kein Urwaldholz nach Deutschland". Auch der Kran an Land wurde von neun Kletterern besetzt. Die "Mekhanik Tyulenev" kommt aus Archangelsk, einer russischen Hafenstadt am Weißen Meer. Sie hat Schnittholz von Fichten und Kiefern aus dem Dvinsky-Urwald geladen, einem der letzten Urwälder in Russland. In Deutschland sollen daraus vor allem Dielen, Holztäfelungen sowie Holzverschalungen hergestellt werden. "Wir wollen kein Holz aus Russland, für das Urwald zerstört wird", sagt Oliver Salge, Waldexperte bei Greenpeace. Deutschland ist in Europa nach Finnland und Schweden das wichtigste Absatzland für Holzprodukte aus Russland. Im Jahr 2000 importierte Deutschland Holz und Papier im Wert von über 560 Millionen Mark aus dem osteuropäischen Land. Salge: "Ohne Urwälder werden auch die letzen Braunbären Europas aussterben. Dann gibt es Bären nur noch auf Wappen und als Kuscheltier". In Europa leben nur noch 5500 bis 6000 Braunbären. Die Zerstörung und Zerstückelung seines Lebensraumes wird zu einer immer größeren Gefahr. Der Dvinsky-Urwald gehört zu den größten, natürlichen Rückzugsgebieten des Braunbären. Weltweit sind die sieben letzten großen Urwälder akut in Gefahr: Außer den Urwäldern im Norden Europas gehören dazu die nordischen Wälder in Sibirien und Kanada, die tropischen Regenwälder am Amazonas, in Zentralafrika und in Südostasien sowie die Bergwälder Chiles. Jährlich verschwinden 150.000 Quadratkilometer Urwald - alle zwei Sekunden ein Fußballfeld. Im April nächsten Jahres wird über den Schutz der letzten Urwälder auf einem internationalen Urwaldgipfel verhandelt: Auf der Vertragsstaatenkonferenz der Konvention über biologische Vielfalt (COP6-CBD) in Den Haag soll ein zehnjähriger Aktionsplan für die Urwälder erarbeitet werden. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, sich für einen zeitlich befristeten Abholzungsstopp einzusetzen. "Wir müssen endlich die Motorsägen in den Urwäldern stoppen, um dauerhafte Schutzzonen für die Urwälder und eine ökologische Waldnutzung zu schaffen", erklärt Salge. ots Originaltext: Greenpeace Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Oliver Salge, Tel. 0171-3728410, und Pressesprecherin Carmen Ulmen, Tel. 0171-8780-840. Hier erhalten Sie auch Foto- und Beta-Material. Informationen zur Kartierung der russischen Urwälder senden wir Ihnen gerne zu. Internet: www.greenpeace.de/urwald Original-Content von: Greenpeace e.V., übermittelt durch news aktuell

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