Greenpeace e.V.

Greenpeace-Aktion gegen Castor
Kletterer hängen Transparent quer über Transportstrecke

    Hitzacker / Niedersachsen (ots) - Aus Protest gegen den
unmittelbar bevorstehenden Castor-Transport kletterten heute früh
zwei Greenpeace-Aktivisten bei Hitzacker in Niedersachsen auf Bäume
entlang der Bahnlinie, auf der der Atommüllzug nach Dannenberg rollen
soll. Sie spannten Seile quer über die Gleise und setzten sich in
ihnen fest. Auf einem Transparent steht unter den Firmenlogos der
großen Atomkraftwerksbetreiber Eon, RWE, EnBW und HEW: "Wir
ignorieren die Sicherheit! Wir gefährden Menschen! Wir lassen die
Polizei die Drecksarbeit machen! - Stop Castor!" Der Transport aus
der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague in das
niedersächsische Zwischenlager Gorleben soll heute im Laufe des Tages
das Wendland erreichen.
    
    "Seit Jahren gibt es hier im Wendland friedlichen und
entschlossenen Protest gegen die Atommüll-Lagerung in Gorleben", sagt
Veit Bürger, Greenpeace-Energieexperte. "Auch in diesen Tagen werden
wieder Tausende zu Recht für einen Stopp der Atomtransporte
demonstrieren. Das Gorlebener Zwischenlager ist ein Sicherheitsrisiko
und Castor-Transporte sind gefährlich. Von der Polizei verlangen die
Konzern-Chefs aber, dass sie die verantwortungslosen Atomtransporte
durchsetzen."
    
    Die sechs Castorbehälter aus La Hague enthalten rund 80 Tonnen
verglaste Atomabfälle, die bei der Wiederaufarbeitung in La Hague
entstehen. Mit den sogenannten Glaskokillen kommen rund 98 Prozent
der radioaktiven Substanzen nach Deutschland zurück, die zuvor aus
den deutschen Atomkraftwerken in Form von abgebrannten Brennelementen
nach Frankreich gebracht wurden.
    
    "Castor-Transporte sind ein Symptom der skandalösen und
fahrlässigen Entsorgungspolitik der Stromkonzerne. Atommüll wandert
quer durch Europa zu den Wiederaufarbeitungsanlagen, wo er allerdings
de facto nur in seine einzelnen Bestandteile zerlegt wird.
Anschließend transportieren die Kraftwerksbetreiber die
Strahlenfracht mehr als tausend Kilometer nach Gorleben, um ihn für
unbestimmte Zeit in einer besseren Kartoffelscheune zu lagern",
erklärt Veit Bürger.
    
    Greenpeace hatte erst vor einigen Tagen versucht, mit einem
Eilantrag beim Verwaltungsgericht Braunschweig den Atommüll-Transport
in letzter Minute zu verhindern, da der Bahn- und Straßentransport
von Atommüll nicht ausreichend gesichert ist. Der Antrag wurde aber
noch am gleichen Tag abgewiesen. Gegen die Entscheidung des
niedersächsischen Umweltministeriums, einen Greenpeace-Antrag auf
Stilllegung des Zwischenlagers in Gorleben abzulehnen, hat Greenpeace
am Freitag Klage beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg eingelegt.
    
    
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