Greenpeace e.V.

"Du darfst"-Puten: "Ich will nicht so bleiben wie ich bin" / Greenpeace fordert von Unilever Ausstieg aus Massentierhaltung

    Hamburg (ots) - 40 Greenpeace-Aktivisten laden heute vor der
Zentrale des Nahrungsmittelkonzerns Unilever in Hamburg tote Puten
ab. Die im Stall verendeten Tiere stammen von Mästern der
Putenmast-Firma Heidemark, die Puten für die Unilever-Marke "Du
darfst" produziert. Die Aktivisten montieren eine Plakatwand mit
einer Pute aus Massentierhaltung, deren Beine in der Mast verkrüppelt
wurden. In Anspielung auf den "Du darfst"-Werbespruch steht auf der
Plakatwand "Ich will nicht so bleiben wie ich bin". Greenpeace
fordert von Unilever, dass der Konzern von seinen Fleischlieferanten
schärfere Mindeststandards im Verbraucher-, Tier- und Umweltschutz
einfordert.
    
    "Wenn Verbraucher wüssten, wie die 'Du darfst'-Puten gehalten
werden, würden sie keine Putenwurst mehr essen", sagt Martin
Hofstetter, Landwirtschafts-Experte bei Greenpeace. Die Tiere stehen
dicht an dicht in riesigen, dreckigen Mastställen. Dadurch verbreiten
sich Infektionskrankheiten besonders schnell. Statt den Tieren von
vornherein mehr Platz zu gewähren, werden sie über ihr Tränkenwasser
mit Schmerzmitteln wie Acetylsalicylsäure (bekannt als Aspirin) sowie
mit Antibiotika voll gepumpt.
    
    Der massive Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung bewirkt,
dass Bakterien mit der Zeit widerstandsfähig gegen diese Antibiotika
werden. Diese resistenten Bakterien können beim Fleischverzehr auf
den Menschen übertragen werden. Lebensrettende Medikamente wirken bei
einer Behandlung dann nicht mehr. Lungenentzündung oder
Salmonellen-Erkrankungen können so tödlich enden.
    
    "Die Massentierhaltung ist eine Gefahr für Verbraucher und Umwelt.
Unilever muss von seinen Lieferanten verlangen, dass sie aus der
Massentierhaltung aussteigen", so Martin Hofstetter. Greenpeace
fordert, dass die Tiere während der Mast mehr Platz, Luft und Licht
erhalten und in kleineren Herden gehalten werden. Durch verbesserte
Haltungsbedingungen kann der Infektionsdruck und der Einsatz von
Medikamenten verringert werden. Antibiotika dürfen weder
prophylaktisch noch als Wachstumsförderer eingesetzt werden. Nur
kranke Tiere dürfen gezielt mit Antibiotika behandelt werden.
    
    Greenpeace hat in den vergangenen Wochen mehrmals Missstände in
den Putenställen der Firma Heidemark aufgezeigt. Unilever verarbeitet
dieses Putenfleisch in Wurstprodukten, Fertiggerichten und Salaten
der Marke "Du darfst". Bei den fettarmen Produkten ist "Du darfst"
Marktführer. Unilever ist mit einem Jahresumsatz von 95,8 Milliarden
Mark der weltweit zweitgrößte Nahrungsmittelkonzern.
    
    Greenpeace hatte Unilever bereits im April zu einem Gespräch
aufgefordert, das am 22. August schriftlich abgelehnt wurde. Ein
Angebot für die Teilnahme an einem Runden Tisch - wie von Unilever in
Pressemeldungen behauptet - liegt Greenpeace bis heute nicht vor.
    
    Achtung Redaktionen: Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an
Martin Hofstetter, Tel. 0171-8780-830 oder Pressesprecherin Carmen
Ulmen, Tel. 0171-8780-840. Fotos von Heidemark-Puten im Stall
erhalten Sie unter 040-30618-376, Beta-Material unter -375,
Hintergrundpapiere zu den Firmen Unilever und Heidemark unter -246.
Internet: www.greenpeace.de/landwirtschaft
    
    
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