Greenpeace e.V.

Atomkonsens ist Volksverdummung! Greenpeace installiert radioaktives Denkmal bei SPD und Grünen

    Berlin (ots) - Einen Stahlrahmen, gefüllt mit radioaktiv
verseuchtem Erdreich aus Sellafield und La Hague, installiert
Greenpeace heute vor den Parteizentralen von SPD und Bündnis90/die
Grünen in Berlin. Das strahlende Geschenk an die Parteien stammt von
frei zugänglichen Stränden und Wiesen aus der Umgebung der
sogenannten Wiederaufarbeitungsanlagen (WAA), die zusammen täglich
rund 10 Millionen Liter verstrahlte Abwässer in das Meer einleiten.
Eine auf den Rahmen montierte Gedenktafel erinnert an die Opfer der
deutschen Atompolitik in Sellafield und La Hague: nachweislich
erkranken Kinder und Jugendliche aus dem Umfeld der Atomanlagen
wesentlich häufiger an Blutkrebs als im Länderdurchschnitt. Auf einem
Transparent steht: "Atomkonsens ist Volksverdummung - AKW´s bleiben
am Netz, WAA  läuft weiter, Atomtransporte rollen"
    
    Greenpeace protestiert mit der Aktion gegen den sogenannten
Atomkonsens, der heute abend von Bundeskanzler Schröder und
Vertretern der Atom-Firmen Eon, RWE, EnBW und HEW  unterzeichnet
werden soll. Danach ist unter anderem vorgesehen, weitere 2000 Tonnen
hochradioaktiven Atommüll nach Sellafield und La Hague zu
transportieren.
      
    "Der sogenannte Atomkonsens ist nur ein Placebo für die
Bevölkerung", erklärt Susanne Ochse, Energieexpertin von Greenpeace.
"Die Bundesregierung täuscht damit vor, den Ausstieg aus der
Atomenergienutzung ein für alle mal geregelt zu haben. Jeder der das
Papier kennt, weiß, dass dies blanker Unsinn ist."
    
    Neben dem Festhalten an der sogenannten "Wiederaufarbeitung"
kritisiert Greenpeace die mit den Energiekonzernen ausgehandelten
Laufzeiten für die Atomkraftwerke. Demnach sollen in dieser und in
den nächsten beiden Legislaturperioden laut Atomkonsens gerade einmal
4 von 19 Atomkraftwerken vom Netz gehen. "Was soll das mit einem
Ausstieg zu tun haben?", fragt Ochse. "Sofern es diese Regierung bis
dahin überhaupt noch gibt, wären diese Altreaktoren aus
wirtschaftlichen Gründen sowieso vom Netz gegangen."
    
    Ein weiterer Kritikpunkt an dem Vorgehen der Bundesregierung ist
die Beteiligung der Atomindustrie an der Änderung des Atomgesetzes.
"Die Bundesregierung hat die Atomkraftwerksbetreiber quasi um
Erlaubnis gefragt. So als müsste der TÜV bei der Kfz-Untersuchung
erst die Autofahrer um Erlaubnis bitten."
      
    Greenpeace fordert daher den deutschen Bundestag auf, das
Atomgesetz nicht in der von der Regierung und der Atomindustrie
ausgehandelten Version zu verabschieden. Eine Atomgesetznovelle
sollte statt dessen folgende Eckpunkte berücksichtigen: Höchste
Sicherheitsstandards während der Restlaufzeiten, ein sofortiges
Verbot der Wiederaufarbeitung, ausreichende Haftpflichtversicherung
gegen Atomunfälle sowie ein unabhängig verwalteter Fonds für die
Milliardenrückstellungen der Atomindustrie.
    
    
ots Originaltext: Greenpeace
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Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an
Susanne Ochse, Tel: 0171-8780 820 oder Karsten Smid (vor der
Parteizentrale von Bü90/die Grünen) Tel: 0171-8780 834 sowie
Pressesprecher Stefan Schurig, Tel: 0171-8780 837.
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