Greenpeace deckt Einschläge in Bayerns wertvollsten Wäldern auf
Aktivisten schützen angrenzenden Baum-Bestand vor Abholzung

Aschaffenburg (ots) - Greenpeace Aktivisten haben heute einen frischen Einschlag von sogenannten Biotopbäumen in einem Natura2000-Schutzgebiet im bayerischen Spessart aufgedeckt (http://gpurl.de/KnmTb). Diese Bäume sind wichtig, da sie vielen geschützten Tieren einen Lebensraum bieten. Bayern verstößt damit voraussichtlich gegen europäisches und deutsches Naturschutzrecht. Greenpeace prüft deshalb rechtliche Schritte gegen die bayerische Landesregierung. Gleichzeitig haben Greenpeace Aktivisten damit begonnen, ein ebenfalls zum Einschlag markiertes über 150 Jahre altes Waldgebiet bei Aschaffenburg zu schützen. Sie übermalen die Einschlagsmarkierungen mit grüner Farbe und kennzeichnen auch nicht-markierte Bäume. So ist nicht mehr nachvollziehbar, welche Bäume gefällt werden sollten. "Es ist unverantwortlich: Bayern lässt den Lebensraum seltener Tiere vernichten, statt ihn zu schützen. Horst Seehofer muss sicherstellen, dass seine Forstbetriebe Naturschutzrecht einhalten", sagt Luis Scheuermann, Waldexperte bei Greenpeace.

Die Höhlen in den Biotopbäume bieten Nist- und Rastplätze für zahlreiche geschützte Tiere. Hier finden beispielsweise der heimische Schwarzspecht und seltene Fledermausarten ihr Zuhause. Die gefällten Biotopbäume befinden sich in der Abteilung Finkendelle im Forstbetrieb Rothenbuch. Es ist ein ausgewiesenes FFH- und europäisches Vogelschutzgebiet. FFH-Gebiete dienen dem Schutz bedrohter Tiere- und Pflanzenarten sowie ihrer Lebensräumen. Auch das Waldstück, in dem die Umweltschützer die Bäume markieren, gilt als europäisches Naturschutzgebiet (Natura2000).

Bayern missachtet internationale und nationale Verpflichtungen zum Waldschutz

Von der ursprünglichen Buchenwaldfläche in Deutschland sind nur noch sieben Prozent erhalten, obwohl dies die hier typisch vorherrschende Waldart wäre. Für deren Erhalt trägt Deutschland eine besondere internationale Verantwortung, da es ein Viertel des Weltareals der Buchenwälder stellt. Bayern ist das Bundesland mit den größten alten Buchenwaldflächen in Deutschland, kommt aber seiner Verantwortung zum Schutz dieser Wälder nicht nach. Die Landesregierung weigert sich, die Waldschutzziele der Bundesregierung umzusetzen und hält Daten über Lage und Zustand der Wälder zurück. "Täglich verschwinden einmalige, ökologisch wertvolle alte Buchenwälder. Minister Seehofer muss die Willkür und Profitgier der bayerischen Staatsforsten endlich stoppen", so Scheuermann.

Im Frühjahr sowie im Herbst dieses Jahres kartierten Greenpeace Aktivisten im Spessart zahlreiche Wälder, um die von Bayern geheim gehaltenen Daten selbst zu erheben (http://gpurl.de/ombw1). Auch in Niedersachsen hat die unabhängige Umweltschutzorganisation eine Vermessung alter Buchenwälder gestartet. Hier sind die Umweltschützer seit einer Woche im Göttinger Stadtwald und im Solling aktiv (http://gpurl.de/RLhJ5). Bürger können eine symbolische Patenschaft für die von Greenpeace kartierten Buchen übernehmen: www.greenpeace.de/baumpate

Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Luis Scheuermann, Tel. 0160-9065 9754, oder Pressesprecher Patric Salize, Tel. 0171-8780 828. Fotomaterial von der Aktion und von den gefällten Biotopbäumen erhalten Sie unter Tel. 040-30618 376. Greenpeace-Pressestelle: Telefon 040-30618-340, Email presse@greenpeace.de; Greenpeace im Internet: www.greenpeace.de/buchenwaelder, auf Twitter: http://twitter.com/greenpeace_de, auf Facebook: www.facebook.com/greenpeace.de.