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Notfalls ohne USA - Weltklimagipfel am Scheideweg
Greenpeace: UN-Konferenz muss globalen Klimavertrag aushandeln

Durban / Südafrika (ots) - Sollte die amerikanische Delegation erneut die kommenden UN-Klimaverhandlungen blockieren, müssen die Staaten einen neuen Klimaschutzvertrag notfalls ohne die USA auf den Weg bringen. "Diplomatische Samthandschuhe gegenüber den USA aus Angst vor wirtschaftlichen Konsequenzen kann sich der Klimaschutz nicht mehr leisten", sagt Martin Kaiser, Leiter Internationale Klimapolitik von Greenpeace. Der Experte begleitet die 17. Vertragsstaatenkonferenz vom 28. November bis 9. Dezember als Beobachter vor Ort. Greenpeace erwartet vom Klimagipfel eine Verlängerung des 2012 auslaufenden Abkommens (Kyoto-Protokoll). Alle Staaten - einschließlich großer CO2-Emittenten - müssen sich zudem verpflichten, bis zum Jahr 2015 die Reduktion des CO2-Ausstoßes mit einem neuen Vertrag zu sichern.

Seit 1990 sind die CO2-Emissionen weltweit um 45 Prozent gestiegen, alleine im vergangenen Jahr um über fünf Prozent. Bis zum Jahr 2015 muss dieser Trend gestoppt werden, fordert Greenpeace. Ein Lobbynetzwerk torpediert jedoch massiv Fortschritte beim internationalen Klimaschutz, wie ein neuer Greenpeace-Report (http://gpurl.de/sMIaG) diese Woche aufgedeckt hat. "Auch die aktuelle US-Regierung bleibt eine Marionette der Mineralöl- und Kohleindustrie, die den Klimaschutzvertrag verhindern will", sagt Kaiser.

Klimavertrag: Deutschland und EU in der Pflicht

Eine besondere Verantwortung tragen Deutschland und die EU beim UN-Klimagipfel. Nur eine Verlängerung des Kyoto-Protokolls kann Schwellenländer wie China und Indien dazu bewegen, die Emissionen im eigenen Land verbindlich zu mindern. "Bundeskanzlerin Merkel muss sich für die Rettung des Klimas genauso engagieren wie für die Rettung der Banken!", sagt Kaiser.

Klimafonds: Einnahmequellen schaffen

Um den Klimawandel zu bekämpfen, sind ausreichende Geldmittel notwendig: "Den Entwicklungsländern muss jetzt entschlossen ein UN-Fonds für den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel bereitgestellt werden", sagt Kaiser. Er plädiert angesichts der Weltschuldenkrise dafür, stabile Finanzierungsquellen zu finden wie Abgaben auf Flug- und Schiffsemissionen oder Börsenumsätze. Daneben wird in Durban um die Finanzierung des Urwaldschutzes debattiert. Die tropische Entwaldung ist für etwa zwanzig Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich. Greenpeace fordert deshalb ein eigenes Budget innerhalb des grünen Klimafonds für die Tropenländer.

Achtung Redaktionen: Sie erreichen Martin Kaiser (Leiter Internationale Klimapolitik) und Stefan Krug (Leiter politische Vertretung) in Durban. Anfragen koordiniert Tina Loeffelbein vor Ort: Tel. 0049 151-16720915 oder 0027 72-4276693; Email Tina.Loeffelbein@greenpeace.de. Hintergründe über Twitter (twitter.com/martinkaisergp) und Blog (gpurl.de/durban) von Martin Kaiser.

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