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Energiekonzerne wollen Klimaschutz durch Absichtserklärungen unterlaufen

    Hamburg (ots) - Greenpeace hat heute den Energiekonzernen E.on,
RWE und Ruhrgas vorgeworfen, verbindliche Maßnahmen zum Klimaschutz
durch wachsweiche Absichtserklärungen verhindern zu wollen. Die
Umweltorganisation kritisiert, dass eine der wichtigsten
Klimaschutzmaßnahmen der Bundesregierung, die Verdoppelung der
Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK-Quote), auf Druck der Industrie
durch freiwillige Maßnahmen ersetzt werden soll.
    
    "Wenn es nach der Industrie ginge, dürfte es in Deutschland
überhaupt keine verbindlichen Regelungen zum Schutz des Klimas
geben," erklärt Sven Teske, Energieexperte bei Greenpeace. "Die
Vergangenheit hat aber leider gezeigt, dass reine Absichtserklärungen
dem Klima nicht helfen. Gerade die erst letzte Woche ausgesprochene
Warnung des UN-Klimarates vor noch schlimmeren Folgen des
Treibhauseffekts hat klargemacht, dass man Klimaschutz nicht sich
selbst überlassen darf."
    
    Morgen treffen sich in einem Spitzengespräch Bundeskanzler
Schröder, die Minister Trittin und Müller und Vertreter der
Energiekonzerne, um über die KWK-Quote zu entscheiden. Greenpeace
fordert die Bundesregierung auf, Selbstverpflichtungen der Industrie
nicht als Klimaschutzmaßnahmen zu akzeptieren. "Entscheidend ist,
dass die Maßnahmen verbindlich sind und das Klima wirksam schützen,"
so Teske weiter. "Die KWK-Quote ist dafür ein sehr gutes Instrument."
    
    Nach Informationen von Greenpeace will sich die Industrie zu einer
Reihe unterschiedlicher Maßnahmen selbst verpflichten. Demnach sollen
bis 2010 rund 50 Millionen Tonnen C02 eingespart werden. Allerdings
nur auf freiwilliger Basis:
    
    Rund ein Drittel davon soll durch industrielle KWK-Anlagen
eingespart werden, was allerdings ein altes Versprechen ist, und die
Industrie nun ein zweites Mal vorlegt. Ein weiters Drittel soll durch
Modernisierungen von KWK-Anlagen der Stadtwerke und durch
effizientere Technologien sowie Energeieinsparungen erreicht werden.
Den Rest wollen die Energiekonzerne über unterschiedliche Maßnahmen
wie u.a. den Ausbau von Fernwärmenetzen einsparen.
    
    Am 19. Januar 2001 legte der UN-Klimarat (IPCC) in Shanghai einen
Bericht vor, in dem vor noch schlimmeren Konsequenzen der
Klimakatastrophe gewarnt wird. Danach wird sich die Erde in diesem
Jahrhundert um 1,4 bis 5,8 Grad Celsius erwärmen. Das wäre eine
größere Klimaveränderung als in den vergangen zehntausend Jahren.      

ots Originaltext: Greenpeace
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