Greenpeace e.V.

Minkewale kommen vor die Harpune
Greenpeace startet Hafen-Tour - Norwegen eröffnet Waljagd

    Hamburg/Alesund (ots) - Mit einer Schiffstour entlang der
Walfanghäfen an der  norwegischen Küste wird Greenpeace ab heute die
Forderung nach einem Walfangstopp mit der Küstenbevölkerung direkt
diskutieren. Obwohl die kommerzielle Waljagd seit 1986 weltweit
verboten ist, hat die norwegische Regierung die diesjährige Jagd auf
die Minkewale des Nordostatlantiks am 2. Mai offiziell eröffnet. Das
Greenpeace-Schiff "MV Stockholm" wird in den nächsten Wochen 15 Häfen
Norwegens anlaufen und dort mit Walfängern, Fischern und den
Bewohnern über den Walfang diskutieren.
    
    "Gerade im Land der illegalen Walfänger müssen wir uns der
Diskussion stellen," so Peter Pueschel, Greenpeace-Meeresexperte.
"Das reiche Norwegen sollte endlich auf die Einnahmen aus dem Walfang
verzichten und internationale Schutzmaßnahmen für die Meeressäuger
fördern, statt sie zu harpunieren." Greenpeace behält sich weiterhin
Aktionen gegen Walfänger auf hoher See vor, will aber auch bei den
Norwegern selbst mehr Verständnis für den notwendigen Schutz der Wale
erzielen.
    
    Norwegen und Japan sind die beiden letzten Länder der Erde, die
entgegen aller Verbote noch Wale in großer Zahl töten. Beide wollen
die Freigabe des kommerziellen Handels mit Walfleisch, das in
japanischen Restaurants hohe Preise erzielt. Doch erst im April
wurden auf der Artenschutz-Konferenz in Nairobi die Anträge von Japan
und Norwegen abgelehnt, den Handel mit Walprodukten wieder zu
erlauben. Trotzdem überlegt die norwegische Regierung, den Export von
Walfleisch und Walspeck nach Japan wieder zuzulassen.
    
    Auf der nächsten Sitzung der Internationalen Walfangkommission
(IWC) Anfang Juli im australischen Adelaide werden sich beide Länder
erneut bemühen, das weltweite Walfangverbot zu kippen. Außerdem will
Japan ein neues "wissenschaftliches Forschungsprogramm" vorlegen, für
das zusätzlich zu den 550 Minkewalen jährlich noch 10 Pottwale und 50
der sehr seltenen Brydewale getötet werden sollen.
    
    "Mit Wissenschaft hat das nichts zu tun, Japan will Abwechslung
auf der Speisekarte", so Peter Pueschel. "Es ist eine absolute
Provokation, wenn Norweger und Japaner jeden internationalen
Schutzbeschluss mit noch mehr Walfang beantworten". Von der Bejagung
vergangener Jahrhunderte haben sich viele Arten der größten
Meeressäugetiere der Welt bis heute nicht erholt.
    
    Greenpeace will in den nächsten Wochen in Norwegen das Bewusstsein
für die Bedrohung der Wale schärfen und die Menschen vom Einsatz für
den Walschutz überzeugen. Die Tour des Greenpeace-Schiffs wird von
Alesund unter anderem über Svolvaer, Tromsö, Hammerfest, Narvik und
Bergen bis nach Stavanger und Fredrikstad führen.
    
    
ots Originaltext: Greenpeace
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Pueschel, Tel. 040-30618-332 oder Svenja Koch (Presse), Tel.
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