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Embryo-Patent: Patentinhaber macht Rückzieher
Menschliche Embryonen ausgeschlossen - Greenpeace: Grundproblem ungelöst

    Hamburg (ots) - Etappensieg für Greenpeace im Streit um das Patent
auf menschliche Embryonen: Der Inhaber des Patents, die Universität
von Edinburgh, hat sich jetzt bereit erklärt, den Menschen aus den
Patentansprüchen auf die Züchtung von Embryonen auszuschließen. Das
Patent soll jedoch weiterhin für einzelne menschliche Zellen, die
Entnahme von Organgewebe aus menschlichen Embryonen sowie Verfahren
zur Züchtung genmanipulierter Tierembryonen gelten.
    
    Greenpeace hatte im Februar aufgedeckt, dass das Europäische
Patentamt (EPA) in München widerrechtlich ein Patent erteilt hatte,
das die Manipulation der menschlichen Keimbahn einschließt. "Die
Empörung und der Druck der Öffentlichkeit haben zu diesem Rückzieher
der Universität Edinburgh geführt, der ein wichtiger Teilerfolg für
uns ist", sagt Christoph Then, Gentechnik-Experte bei Greenpeace.
"Biotechnik-Firmen und Forschungseinrichtungen müssen einsehen, dass
sie nicht wahllos Lebewesen patentieren lassen können."
    
    Die späte Einsicht der Universität Edinburgh ist zwar wichtig für
diesen speziellen Fall des Embryo-Patents. Das Grundproblem der
Patentierung von Lebewesen wird damit aber nicht gelöst. Christoph
Then: "Es reicht nicht aus, ein einzelnes Patent nachzubessern. Das
Patentrecht und besonders das EPA müssen grundsätzlich auf den
Prüfstand. Das Amt patentiert weiterhin Teile des menschlichen
Körpers, Gene, Pflanzen und Tiere. Das ist eine Perversion des
Patentrechts, die unbedingt gestoppt werden muss."
    
    Da auch das geänderte Embryo-Patent immer noch die Verwertung
menschlicher Embryonen durch Entnahme von Organgewebe, Zellen und
Blut einschließt, hält Greenpeace seinen Einspruch gegen das ganze
Patent weiter aufrecht. Am 18. April hatte die Umweltorganisation dem
EPA 7.500 Einsprüche von Bundesbürgern gegen das Patent überreicht.
Angesichts der Brisanz des Falles fordert Greenpeace das Patentamt
auf, über die Einsprüche schneller als bei bisherigen Verfahren zu
verhandeln, am Besten schon im September, wenn die Einspruchsfrist
abläuft.
      
    
ots Originaltext: Greenpeace
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