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Etappensieg für Greenpeace-Walschützer
Artenschutz-Komitee lehnt japanische und norwegische Anträge ab

Nairobi/Hamburg (ots) - Im Kampf gegen die Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs hat Greenpeace auf der Artenschutzkonferenz CITES in Nairobi einen Sieg errungen. Das Komitee I des Artenschutz-Abkommens lehnte die Anträge Japans und Norwegens ab, Grauwale und bestimmte Minkewal-Bestände nicht weiter unter strengen Schutz zu stellen. Das hätte dazu geführt, dass der eingeschränkte Handel mit Walfleisch wieder freigegeben worden wäre. "Die Abstimmung zeigt, dass die Welt keinen Walfang will" sagt Dr. Ralf Sonntag, Greenpeace-Walefachmann, "die Mehrheit der Länder hat sich für den Artenschutz entschieden". Um Grau- und Minkewale aus der höchsten Schutzkategorie des CITES-Abkommen zu entfernen, hätten zwei Drittel der anwesenden Vertragsstaaten für den Wunsch der Japaner und Norweger stimmen müssen. Doch schließlich war sogar weit über die Hälfte der Länder dagegen, den Handel mit Walfleisch wieder zuzulassen. CITES regelt Verbot oder Freigabe des Handels mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten. Grauwale sind seit 1976 streng geschützt, Minkewale seit 1986. Vor allem die Japaner versuchen seit längerem, vor allem kleine Länder auf die Seite der Walfangbefürworter zu ziehen. Zum einen dadurch, dass Japan sich die Zustimmung durch großzügige Entwicklungshilfe kauft und zum anderen durch gezielte Lobbyarbeit auf der Konferenz. So beklagte sich ein Mitglied der tschechischen Delegation öffentlich darüber, dass die Pro-Walfang-Lobby von ihm verlangt hätten, für den japanischen Antrag zustimmen, obwohl sein Heimatland zu den Walfanggegner gehöre. In der geheimen Abstimmung, so die Japaner, würde das doch nicht weiter auffallen. Die Delegationen Japans und Norwegens haben nun nur noch eine Chance. Sie müssen ein Drittel der Vertragsstaaten gewinnen und darauf bestehen, dass die Anträge erneut diskutiert werden und zwar in der Vollversammlung am Mittwoch oder Donnerstag. Nur eine Zweidrittelmehrheit könnte die Beschlüsse des Komitees kippen."Wir sind guter Hoffnung, dass die Stimmenverhältnisse bis zum Konferenzende so bleiben", sagt Peter Pueschel, Greenpeace-Artenschutzfachmann in Nairobi. Um Minkewale zu schützen, bemüht sich Greenpeace jedes Jahr, die Jagdtouren der Norweger und Japaner gewaltfrei zu stören. Zu Beginn diesen Jahres kam es dabei zu gefährlichen Zusammenstössen: das Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise wurde vom japanischen Walfänger Nisshin Maru gerammt. Die Japaner töten jedes Jahr illegal über 400 Minkewale im Antarktischen Walschutzgebiet. Für den Schutz der letzten Grauwale hat Greenpeace in diesem Frühjahr eine wichtigen Erfolg erzielt: Die Entsalzungsanlage der Firma Mitsubishi in der Baja California (Mexiko), der Kinderstube der großen Bartenwale, wird nach internationalen Protesten nicht gebaut. ots Originaltext: Greenpeace Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Achtung Redaktionen: Peter Pueschel ist für Rückfragen unter der Tel.-Nr.: 00254-725 17 490 nur schwer erreichbar. Bitte wenden Sie sich auch an Ralf Sonntag unter 040-30618-333 oder 0171-8780818 oder Svenja Koch unter 040-30618-344 oder 0171-8780828. Auf Anfrage senden wir Ihnen auch gerne die Studie zu Japans Stimmenkauf zu. Weiter Informationen: www.greenpeace.de Original-Content von: Greenpeace e.V., übermittelt durch news aktuell

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