Greenpeace e.V.

Gnadenfrist für kanadischen Urwald?
Kanadische Holzindustrie und Greenpeace in entscheidenden Verhandlungen

    Hamburg (ots) - Der Kampf um den größten nordischen Regenwald in
der kanadischen Provinz British Columbia geht in seine heiße Phase.
Zwischen dem 18. und dem 22. Februar soll nun endlich eine Lösung zum
zeitlich begrenzten Schutz der Urwaldgebiete British Columbias
gefunden werden. Hierbei geht es auch um die Ankündigung der größten
deutschen Papierhersteller und Zeitschriftenverlage, den Kauf ihrer
Zellstoffe aus Kanada einzustellen, sollte keine verbindliche
Einigung erzielt werden. Jetzt trifft sich die kanadische
Holzindustrie mit Greenpeace Vertretern; auch ein deutscher
Waldexperte wird an den bedeutenden Verhandlungen teilnehmen, bei
denen konkrete Vorschläge für ein umfassendes Schutzmoratorium
erwartet werden.
    
    "Die kanadischen Holzfirmen wie West Fraser, Doman und ganz
besonders Interfor sowie die Regierung British Columbias sind sich
nicht zu schade, Verhandlungsbereitschaft zu simulieren, während sie
gleichzeitig in immer neuen Gebieten brutalen Kahlschlag planen.",
erklärt Dr. Thomas Henningsen, Greenpeace Waldexperte. Greenpeace
fordert nach wie vor einen sofortigen Einschlagstopp in den
betroffenen Gebieten.
    
    Der Kampf zwischen Umweltverbänden und der kanadischen
Holzindustrie zieht sich seit Mitte letzten Jahres ohne ein Angebot
von Seiten der Kanadier hin. Zwei Fristen zur Vorstellung ernsthafter
Schutzmaßnahmen für teils noch völlig unberührte Regenwaldgebiete
sind bereits verstrichen, ohne dass die kanadische Holzindustrie oder
die Regierung ihren Zusagen nachgekommen sind. Der Kahlschlag und
damit die Zerstörung jahrtausende alter Wälder soll unvermindert
weitergehen.
    
    80 Prozent aller Regenwald-Täler British Columbias werden intensiv
forstwirtschaftlich genutzt - dies in über 90 Prozent aller Fälle
durch radikalen Kahlschlag. Die Pläne, in bisher unberührte Täler
einzuschlagen, bedeuten das endgültige Aus einer einzigartigen und
kostbaren Tier- und Pflanzenwelt und irreparable Schäden für die
Artenvielfalt Kanadas. "Wie brauchen keine Zeitschriften, Kataloge
und Hochglanzmagazine aus Urwaldholz. Nur ein Kaufstopp kann die
kanadische Industrie nachhaltig von der Notwendigkeit des Schutzes
der letzten großflächigen Urwälder überzeugen", betont Dr.
Henningsen.  
    
    British Columbia ist derzeit der größte Lieferant von Zellstoffen
für die deutsche Papierindustrie. Jährlich beläuft sich das
Gesamtvolumen auf über 500 Mio. DM und 800.000 Tonnen. Die
Dachverbände der deutschen Papierhersteller und -verleger VDZ
(Verband der deutschen Zeitschriftenverleger) und VDP (Verband
deutscher Papierfabriken) hatten nach einer von Greenpeace
organisierten Führung durch betroffene kanadische Gebiete im August
vergangenen Jahres die katastrophalen Einschlagmethoden der
kanadischen Holzindustrie scharf verurteilt und mögliche Kaufstopps
angedroht.
    
    
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