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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zum US-Wahlkampf: Punkte für Trump, von Christine Straßer

Regensburg (ots) - Der Demokrat Tim Kaine hat sich selbst einmal als "langweilig" bezeichnet. Der Republikaner Mike Pence wiederum beschrieb sich als einen Politiker aus der "zweiten Reihe". Erfahrene Beobachter rechneten damit, dass die Debatte zwischen den beiden Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten so verschlafen verlaufen würde wie das Leben im beschaulichen Farmville im Rest des Jahres, sobald die Trucks der großen Fernsehsender wieder abgefahren sind. Weit gefehlt. Der Schlagabtausch verlief heftig. Das nutzt Trump mehr als Clinton. Pence musste zwar immer wieder Donald Trumps Fehltritte verteidigen. Doch unbeliebt machte sich eher der in seiner Angriffslust übereifrig erscheinende Kaine. Vor allem zu Beginn der Debatte war er es, der seinem Gegenüber immer wieder ins Wort fiel. Das sollte wohl entschlossen wirken, ließ ihn aber nicht gerade sympathisch erscheinen. Pence hingegen konnte sich staatsmännischer präsentieren. Da beide Kandidaten den meisten Amerikanern vor der Debatte unbekannt waren, wird sich dieses Bild bei den Wählern einprägen. Insofern hat Kaine seine Mission - Hillary Clintons menschliche Seite zu betonen - nicht oder zumindest nicht überzeugend erfüllen können. Dass Pence seinerseits auch die unhaltbarsten Aussagen von Trump verteidigt hat, geriet dabei in den Hintergrund. Nach einer schlechten Woche für Trump können die Republikaner in Farmville wieder punkten. Ein überraschendes Comeback.

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