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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zur Bundesliga: Im Preis inbegriffen, von Andreas Allacher

Regensburg (ots) - Sie werden als Feuerwehrmänner geholt, als Retter gefeiert, und oftmals wenig später als Versager vom Hof gejagt - die Trainer in der Fußball-Bundesliga. Und dennoch lehnt kaum ein Übungsleiter ab, wenn ihn der Ruf ereilte: Denn das Schmerzensgeld ist im Preis schon inbegriffen. Jahrzehntelang galt der SV Werder Bremen als Festung gegen diese Hire-and-Fire-Mentalität: Von 1981 bis 1995 regierte König Otto Rehhagel an der Weser. Von 1999 bis 2013 war Thomas Schaaf am Ruder. Wie er hatte Viktor Skripnik zuvor die Jugend und die Amateure der Bremer trainiert, ehe er vor nicht einmal zwei Jahren den glücklosen Robin Dutt beerbte und zweimal den Klassenerhalt erreichte. Aber gerade weil diese letzte Rettung buchstäblich in vorletzter Minute - Djilobodji (88.) traf an letzten Spieltag zum spielentscheidenden 1:0 gegen Frankfurt - passierte und Skrip-nik schon damals offen in Frage gestellt wurde, hätte die Vereinsführung reagieren und einen Trainerwechsel herbeiführen müssen, auch zum Schutz des Ukrainers, der dem Verein im Oktober 2014 aus der Patsche geholfen hatte. Ein lebenslanger Vertrag als Jugendscout und Blumen zum Abschied: Dann hätten alle ihr Gesicht gewahrt. So aber fuhr man den Werder-Karren sehenden Auges mit einer Harakiri-Personalpolitik, an der die späte Verpflichtung des Olympia-Helden Serge Gnabry auch nichts mehr änderte, gemeinsam an die Wand. Der neue Interimscoach Alexander Nouri hat das mahnende Beispiel Skripnik vor Augen: Der Trainer ist und bleibt schwächstes Glied in der Erfolgskette.

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