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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Thomas Spang zu USA/Donald Trump

Regensburg (ots) - Selbst wenn Donald Trump im November gewinnt, sind die Tage der traditionellen Republikaner gezählt. Die Partei, die Amerika einst aus der Sklaverei führte, wird von einem bigotten Mann geführt, der offen Rassismus und Diskriminierung predigt. Die leidenschaftlichsten Verfechter des Freihandels haben nun einen Protektionisten an ihrer Spitze. Trump setzt auf Isolationismus, während die Republikaner die längste Zeit die Partei des Interventionismus war. Dass nun ausgerechnet die emsigsten Agenten der Globalisierung die ersten Opfer eines engstirnigen Populisten werden, entbehrt nicht der Ironie und verlangt eine Erklärung.Während die Führer der Republikaner über Jahrzehnte eine Politik betrieben, die soziale Sicherungsnetze zerschnitt, den Zugang zu Bildung und Gesundheit erschwerte und die kleinen Leute den Preis für ihre militärischen Abenteuer zahlen ließ, appellierten sie unterschwellig an die Ängste ihrer weißen Basis im ländlichen Amerika. Trumps Wähler finden es nun erfrischend, wenn ihr Führer nicht mehr bloß zwischen den Zeilen, sondern ganz direkt ausspricht, was sie denken. Seine Schöpfer verloren die Kontrolle über das Monster, das sie über Jahre mit ihren impliziten Botschaften genährt hatten. Die Nominierung Trumps in Cleveland bedroht nun auch den Kern einer vitalen Nation, welche die Welt entgegen aller Unkenrufe noch immer beneidet. Dass die USA unter Präsident Barack Obama rasant auf ihren Niedergang zusteuern, gehört zu den Idiotien, die der Twitter-König aus Manhattan schamlos verbreitet. Tatsächlich blicken die USA auf eine der längsten Wachstumsphasen in der Geschichte zurück. Erfolgreiche Präsidentschaftskandidaten haben im Wahlkampf immer den Optimismus einer Nation beschworen, die "Yes we can" zur Zukunft sagt. Trump ist auch deshalb kein normaler Kandidat. Er hetzt gegen Einwanderer ohne Papiere, droht Frauen, die eine Schwangerschaft beenden wollen, mit Strafen und will die Angehörigen einer Weltreligion diskriminieren. Trump steht nicht nur für eine andere Politik, sondern ein anderes Amerika. Seine Nominierung muss deshalb alle Alarmglocken ausschellen lassen.

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