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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zur Taktik von Jogi Löw: Müßig, von Heinz Gläser

Regensburg (ots) - Zwei, drei, drei, eins: Das ist keine Geheimnummer einer Scheckkarte, sondern Joachim Löws Bilanz bei seinen Turnieren als Chefcoach. In England würden sie ihn dafür bis ans Lebensende auf den Schultern tragen und ihre Söhne Jogi nennen. Man sollte meinen, der Bundestrainer müsste sich und vor allem uns nichts mehr beweisen. Muss er aber doch, wie das EM-Viertelfinale gegen Italien wieder einmal erwiesen hat. Es ist müßig, die Diskussion über die Dreier- oder Viererkette in den Rang eines taktischen Glaubensbekenntnisses zu erheben. Der Gegenbeweis, dass es in der gewohnten Ordnung viel besser geklappt hätte, ist schließlich nicht anzutreten. Warum belassen wir es nicht dabei: Joachim Löw wird sich was dabei gedacht haben. Er hat das Spiel Italiens gelesen, den Plan als ziemlich simpel entschlüsselt und entsprechende Schlüsse daraus gezogen. Auch wenn ehemalige Cheftrainer des Regionalligisten FC Bayern München II anderer Auffassung sein mögen. Skepsis ist höchstens angebracht, was den Einfluss des im Verborgenen wirkenden Chefscouts Urs Siegenthaler angeht. Ist er der Spiritus Rector im Hintergrund, die letzte Instanz schlechthin im deutschen Trainerstab? Überbringt uns Löw in seiner souveränen Art nur noch den Masterplan des Eidgenossen? Selbst dann würde gelten: Der Erfolg gibt ihm auch in Frankreich recht - oder ihnen, je nach Lesart.

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