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Mittelbayerische Zeitung: Riesenchance
Kommentar zum Verdi-Kongress

Regensburg (ots) - Der Mitgliederschwund bei Verdi ist vorerst gestoppt. Die Gewerkschaft zeigte sich zuletzt streitbar und kampfbereit. Und trotzdem bleibt der Eindruck, dass sie ihren Platz in der modernen Dienstleistungsgesellschaft noch finden muss. Spartengewerkschaften wie die GDL und die Vereinigung Cockpit haben in den vergangenen Monaten in der Öffentlichkeit deutlich mehr Aufmerksamkeit gezeigt und gelten als unnachgiebige Vertreter der Mitgliederinteressen. Die IG Metall überzeugte zuletzt durch vergleichsweise ruhige und schnelle Verhandlungen mit entsprechenden Ergebnissen. In dieser Konkurrenz wirkt Verdi etwas desorientiert. Das liegt natürlich zum einen an der Unmenge von Berufen, die die Gewerkschaft abdeckt. Es liegt aber zum anderen auch an dem sich in den vergangenen Jahrzehnten explosionsartig entwickelnden Dienstleistungsmarkt. Das gilt sowohl für die Zahl der Unternehmen und Beschäftigten, als auch für neue Branchen und Arbeitskultur. Gerade in der IT-Branche hat die Gewerkschaft Schwierigkeiten Fuß zu fassen, auch wenn sie beispielsweise bei den "Crowd Workern" für sich entdeckt hat. Gleichzeitig sind die mehr als 30 Millionen Dienstleistungbeschäftigten natürlich eine Riesenchance für Verdi. In Zeiten prekärer Beschäftigungsverhältnisse und Arbeitsarmut sollte es eigentlich ein Leichtes sein, Menschen von gemeinschaftlicher Verhandlungsstärke zu überzeugen.

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