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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zum FC Bayern München: Typen gesucht, von Jürgen Scharf

Regensburg (ots) - Der FC Bayern ist Herbstmeister. Wieder mal sehr früh und wieder mal völlig verdient. Die Münchner spielen einfach tollen Fußball. Ob sie derzeit aber auch die hintersten Winkel der Herzen ihrer Fans erwärmen, steht auf einem anderen Papier. Die Klubbosse sollten aufpassen, dass ihr Verein nicht zu einer seelenlosen Erfolgsmaschine verkommt. "Fußball ist keine Mathematik", hat Karl-Heinz Rummenigge einmal gesagt und damit den damaligen Coach Ottmar Hitzfeld gerügt. Diesen Lehrsatz sollte Rummenigge nun auch auf die Vereinspolitik anwenden. Beim FC Bayern waren Typen nämlich stets fast genauso wichtig wie Tore und Titel. Zuletzt wurden Juan Bernat, Medhi Benatia und Xabi Alonso geholt. Die können alle wunderbar kicken - als "Mia san mia"-Publikumslieblinge bieten sie sich weniger an. Und Robert Lewandowski und Mario Götze haftet zudem irgendwo immer noch das BVB-Etikett an. Natürlich ist das alles Jammern auf hohem Niveau. Am Ende hat Recht, wer oben steht. Bei den Bayern steht nun aber ein Umbruch an. Viele Stützen des Teams kommen in die Jahre. Coach Pep Guardiola hätte schon heuer mehr auf Spieler aus der eigenen Jugend setzen können. Lucas Scholl, Gianluca Gaudino oder Pierre-Emile Höjbjerg hätten riesigen Kredit bei den Fans und dürften auch Fehler machen. Vielleicht bekommen sie in der Rückrunde mehr Einsätze - nur so könnten sie zum Gerüst einer neuen Generation bei den Bayern werden. Einer Generation mit Toren, Titeln UND Typen.

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