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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Fritz Winter zum Stolperstein-Streit in München

Regensburg (ots) - Es steht uns nicht zu, die Motive von Charlotte Knobloch für die Ablehnung der Stolpersteine zur Erinnerung an die Opfer des nationalsozialistischen Terrors zu bewerten. Als Überlebende des Holocaust hat die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in München selbst mit ansehen müssen, wie SA-Schergen Juden auf den Straßen misshandelten. Sie darf deshalb "Erinnerung auf Augenhöhe" statt Stolpersteine fordern, die man mit den Füßen tritt. Das Beispiel Regensburg zeigt, dass die Erinnerung an die Opfer mit 154 Stolpersteinen auch auf Augenhöhe stattfinden kann. Mit ausdrücklicher Zustimmung der jüdischen Gemeinde wurden sie verlegt. Niemand tritt sie mit Füßen. Man hält inne, schaut hin, liest und begreift. Name, Geburts- und Todestag stehen für Menschen, die hier ihren Lebensmittelpunkt hatten. Wir ehren sie, indem wir die Erinnerung an ihr Leben und an ihr Schicksal in Stein gemeißelt wach halten.

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