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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Daniela Weingärtner zum Streit um hohe Banker-Boni

Regensburg (ots) - Die Bilder von 2008 sind uns allen noch frisch im Gedächtnis. Wie geprügelte Hunde verließen die schicken Damen und Herren im blauen Tuch ihre glasverspiegelten Arbeitsplätze in den Chefetagen der Londoner City, weil der Finanzmarkt und damit auch ihre Welt zusammengebrochen war. Sechs Jahre später sieht es so aus, als hätten die Zocker nichts aus der Krise gelernt. Ob Hochrisikopapiere oder erfolgsabhängige Gehaltszuschläge - was von Wirtschaftsfachleuten und Politikern als Teil des Problems identifiziert worden war, soll nun wieder für boomende Geschäfte sorgen. Die neuen Brüsseler Gesetze, die der nächsten Krise vorbeugen sollen, werden als falsches Signal kritisiert. Es ist kein Zufall, dass im Zusammenhang mit umdeklarierten Bankerboni vor allem britische Banken ins Visier geraten sind. Großbritannien hat sich von Anfang an gegen die geplante Deckelung der Zusatzvergütungen gewehrt und klagt nun vor dem Europäischen Gerichtshof gegen die Verordnung. Das ist Londons gutes Recht. Nicht hinnehmbar ist aber, dass sich in der Zwischenzeit die Londoner Großbanken ihre eigenen Regeln zimmern - mit Duldung ihrer nationalen Finanzaufsicht. Da muss die neue EU-Kommission ein Machtwort sprechen. Ein Glück nur, dass die Zuständigkeit für das Thema nicht länger beim Binnenmarktkommissar liegt, der heißt nämlich ab 1. November Jonathan Hill und ist selber Brite.

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