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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar "Gymnasium neu denken" von Louisa Knobloch zu Volksbegehren der Freien Wähler

Regensburg (ots) - Das G8 bröckelt. Niedersachsen hat bereits beschlossen, komplett zum G9 zurückzukehren, Hessen gibt Schulen die Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 und in Baden-Württemberg bieten 44 Modellschulen wieder das Abitur nach 13 Schuljahren an. Rund 90 Prozent der Eltern haben ihre Kinder dort für einen G9-Zug angemeldet. Auch in Bayern war die Kritik am G8 zunehmend lauter geworden. Das Volksbegehren der Freien Wähler, das heute startet, beschleunigt nun den überfälligen Reformprozess. Hat das Volksbegehren Erfolg und kommt es zum Volksentscheid, wird der Landtag dem Freie-Wähler-Vorschlag wohl einen alternativen Gesetzentwurf gegenüberstellen. Bislang hält sich Kultusminister Ludwig Spaenle aber jedoch bedeckt: Erst Ende Juli will er seine Pläne für eine Weiterentwicklung des Gymnasiums vorstellen. Bislang scheint nur eines klar: Eine Rückkehr zum "alten" G9 wird es ebenso wenig geben wie eine Beibehaltung des jetzigen G8. Hier wäre die einzige Möglichkeit, den oft beklagten Druck zu reduzieren, den Stoff noch weiter zu kürzen - darunter würde aber das Abitur mit seinem Anspruch der allgemeinen Hochschulreife massiv leiden. Für eine neunjährige Gymnasialzeit spricht, dass den Schülern dann wieder mehr Zeit bliebe - für Hobbys und soziales Engagement etwa, aber auch für Vertiefung und individuelle Förderung in der Schule. Ein "neues" G9 braucht daher vor allem einen gut durchdachten Lehrplan und innovative pädagogische Konzepte. Nur so würde ein zusätzliches Jahr den Schülern auch wirklich nützen.

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