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Mittelbayerische Zeitung: Vielfalt ist Pflicht
Kommentar zu Continental Regensburg

Regensburg (ots) - Es ist eine banale Erkenntnis: Teams, die aus Menschen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund bestehen, arbeiten effizienter als solche, die homogen sind. Immer mehr Unternehmen setzen dies konkret um. Auch der Weltkonzern Continental mit Sitz in Deutschland will künftig noch internationaler und offener für andere Mentalitäten werden. Klar ist aber auch: Die Wirtschaft allein kann das Denken nicht verändern. Betriebliches "Diversity Management" ist nur ein Beitrag, um die deutsche Gesellschaft offener und toleranter zu machen. Denn hierzulande gibt es noch einiges zu tun, damit sich Menschen mit ausländischen Wurzeln zu Hause fühlen. Einer Studie zufolge klagt jeder vierte Deutsche mit Migrationshintergrund über Diskriminierung im Laufe seiner Berufsausbildung. Noch immer gehen Volksparteien erschreckend erfolgreich auf Stimmenfang, indem sie Ressentiments gegen vermeintlich faule Südeuropäer oder angeblich dreiste "Armutszuwanderer" schüren. Und gäbe es in Deutschland wie in der Schweiz ein Referendum über einen Einwanderungsstopp, würde Umfragen zufolge fast die Hälfte der Menschen dafür stimmen. Ein zuwanderungsfeindliches Klima ist ein enormer Standortnachteil, den sich die größte Volkswirtschaft Europas nicht leisten kann - und der Unternehmen wie Conti ernsthaft benachteiligt. Vor allem aber ist es ein Armutszeugnis für ein Land, das ohne Zuwanderung nie zu der Wirtschaftsmacht geworden wäre, die es heute ist.

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