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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zur Braunkohle: Energiewende außer Kontrolle von Maria Gruber

Regensburg (ots) - Sigmar Gabriel dürfte spätestens jetzt dämmern, welche Herkulesaufgabe die Energiewende darstellt: Denn die Nachricht über die rekordverdächtige Kohle-Stromproduktion ist im Grunde nur das - schockierende - Tüpfelchen auf dem i einer konfusen und fehlgeleiteten Energiewende: Anstatt zusätzlichen Stroms aus - milliardenschwer geförderten - erneuerbaren Energien fließt zunehmend billiger Kohle-Strom aus Uralt-Kraftwerken. Und das, weil die Regierung auch Jahre nach dem Atomausstieg nicht in der Lage ist, die Netze so auszubauen, dass die Ökoenergie auch da ankommt, wo sie gebraucht wird. Ebenso paradox: Der Atomausstieg, der eine nachhaltige Energieversorgung zur Folge haben sollte, führt jetzt dazu, dass die Luft zusätzlich durch CO2 verpestet wird. Natürlich hat Gabriel einen schwierigen Spagat zu bewältigen: Er muss als Energieminister die Förderung der Erneuerbaren vorantreiben, darf als SPD-Chef aber auch nicht riskieren, die Braunkohleindustrie abzuwürgen, die vor allem für SPD-geführte Bundesländer ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist. Gleichzeitig hat Gabriel in seinem Super-Ministerium aber auch alle Kompetenzen, um die Energiewende in die richtige Richtung zu leiten. Nur jetzt muss er auch Farbe bekennen.

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