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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Isolde Stöcker-Gietl zu Schumacher

Regensburg (ots) - Die Welt wartet auf weitere Nachrichten aus dem Krankenhaus in Grenoble. Das Interesse am Schicksal von Michael Schumacher ist enorm. Jedes Detail der medizinischen Maßnahmen wird von den Medien haargenau beschrieben. Man sucht Experten, um Antworten zu geben. Und damit rücken die Journalisten ganz nebenbei ein Thema in den Fokus, über das zu wenig gesprochen wird und über das viel zu wenig bekannt ist. Jedes Jahr erleiden in Deutschland 280 000 Menschen ein Schädel-Hirntrauma durch Unfälle im Straßenverkehr oder beim Sport. Die Folgen für die Betroffenen sind nicht selten dramatisch. 10 000 von ihnen sterben, weitere 5000 Menschen bleiben Pflegefälle. Man liest von jenen, die es zurück ins Leben geschafft haben, selten von denen, die im Wachkoma liegen. Leider sind auch die Aussichten für Michael Schumacher düster. Ganz gesund wird er vielleicht nie mehr. Er selbst trägt daran keine Schuld. Das, was auf der Skipiste passiert ist, hat nichts mit Risikobereitschaft zu tun. Es war Pech. Es hätte jeden von uns treffen können. Schumacher wird auch nicht besonders behandelt. Wer an einen Promi-Bonus denkt, der liegt falsch. Denn seine medizinische Versorgung ist Standard: Auch in der Oberpfalz dürfen wir uns auf diesem Fachgebiet medizinisch abgesichert fühlen. Neurochirurgen und Neurologen am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder und in der Neurologischen Rehabilitation am Bezirksklinikum Regensburg arbeiten nach denselben Methoden, wie sie Schumacher gerade erfährt. Mehr geht nicht, auch nicht für einen Prominenten. Schumachers Promi-Status könnte aber sehr wohl noch von Vorteil sein: für Traumata-Patienten und deren Angehörige. Gewinnt er diesen schweren Kampf, könnte sein Weg für andere Betroffene Vorbild und auch Hoffnung werden.

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